Statt einen Abschiedsbrief zu schreiben, den man sowieso nie verschickt, schreibe ich jetzt hier und hoffe, es hilft zur Verarbeitung.
Vor 2 1/2 Jahren wurde ich von meinem Lebensgefährten nach 15 Jahren Beziehung (natürlich wegen einer anderen) verlassen und hab genau 2 Jahre gebraucht, um überhaupt wieder klar denken zu können. Im Oktober letzten Jahres lernte ich jemanden kennen, der mich wie noch nie jemand zuvor umsäuselt hat, dass es kaum auszuhalten war. Anfangs war ich noch zurückhaltend und vor 2 1/2 Wochen merkte ich zum ersten Mal, dass ich bereit war, mich völlig auf ihn einzulassen. Und das war wohl genau der Zeitpunkt, an dem er sich abgewandt hat. Wir führten eine Fernbeziehung mit 60 km dazwischen und angeblich sei es auf einmal perspektivlos und aussichtslos, trotz großer Liebesschwüre noch ein paar Tage zuvor.
Im Trennungsgespräch wollte er eine Auszeit, warum und wofür? - keine Ahnung!, ich denke, dass waren Ablenkungsmanöver.
Er hat noch Sachen bei mir in der Wohnung, die er sich weigert abzuholen, ich soll sie verkaufen und das Geld als Ausgleich für einen bereits angezahlten Urlaub benutzen.
Das Schlimmste für mich ist, dieser Zweifel, ob man bzw. Frau sich so sehr in jemand anderen irren und täuschen kann. Das macht mich fast verrückt. Irgendwie dachte ich, dass man im Alter doch ein bißchen vernünftiger und weiser wird, aber leider hab ich grad das Gefühl, nichts geht mehr.
Ich glaub, ich musste das einfach mal nur aufschreiben, da mir vor lauter Zweifel und natürlich einem Hauch von Scham das Reden darüber, auch mit Freunden, unglaublich schwerfällt.
20.03.2012 20:27 •
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