Liebe alle
Muss mir meinen Kummer einfach mal von der Seele schreiben.
Ich habe mich vor etwa 6 Monaten von meinem Freund getrennt. Wir waren ca. 2 Jahre zusammen. Gründe für die Trennung waren, dass ich mich oft einfach nicht geliebt gefühlt habe und eine grössere finanzielle Angelegenheit, die wir gemeinsam nicht lösen konnten.
Zum Ende hin war ich einfach nur noch müde. Mochte nicht mehr diskutieren mochte nicht mehr bei ihm sein und es war mir alles zu viel. Es fühlte sich an wie ein Liebes-Burnout.
Die Trennung war mitunter das Schlimmste, was ich erlebt habe. Er hat geweint, geschrien, mich angefleht, nicht zu gehen, hyperventiliert. Und mir ging es nicht besser.
Trotzdem packte ich meine Sachen - Und ging.
Nun ja, nach der Trennung ging es mir erstaunlich gut. Ich hatte wieder mehr Kraft, habe mir eine eigene Bleibe gesucht und eingerichtet, fühlte mich wieder selbstbewusster, da ich mich nicht immer beweisen musste. Ich wusste aber auch, dass ein Teil meines Gefühlt nicht geliebt zu werden von mir selber kommt. Also habe ich stark an mir gearbeitet, meiner Einstellung zu mir und zum Leben. Mein Gedanke war, selber erstmal zur Ruhe zu kommen, herauszufinden, was ich überhaupt will und kann, und mich dann ggf. für ein klärendes Gespräch wieder mit ihm in Verbindung zu setzen. In der Zweischenzeit habe ich ihm eine Mail geschrieben, da ich von Dritten erfahren habe, es ginge ihm nach der Trennung absolut mies und er verstehe meine Gründe nicht. Ansonsten habe ich ihn, auch wenn's hart war, komplett in Ruhe gelassen.
Nun ja - Es kam natürlich, wie es kommen musste. Vor etwa 10 Tagen fühlte ich mich sehr gut, dachte jedoch noch oft an ihn, träumte auch von ihm. Also fasste ich mir ein Herz und schickte ihm eine Nachricht, ob wir uns für ein Gespräch treffen könnten. Was dann kam, hat mich komplett aus den Latschen gekippt: Er würde sich über ein Gespräch sehr freuen, würde gerne wissen, wie es mir geht. Er habe aber jemanden kennengelernt und sei seit geraumer Zeit wieder liiert. Autsch.
Seither geht es mir richtig dreckig.
Ich weiss, er war nach der Trennung von mir single, durfte tun und machen, was er will. Ich habe mich auch nicht getrennt, um zu sehen, dass er kämpft. Ich hatte aber die leise Hoffnung, dass wir mit etwas Abstand und Selbstreflexion vielleicht wieder einen Weg zueinander finden. Aktuell drehe ich aber komplett durch.
Ich habe ihn auf sämtlichen Kanälen blockiert - Beim blockieren bin ich über ein Bild gestolpert, welches ihn und seine neue Freundin ca. 2.5 Monate nach unserer Trennung zeigt. Autsch. Momentan spukt mir so etwa alles im Kopf rum.
Einerseits frage ich mich, wie er innerhalb kürzester Zeit sämtlichen Kummer überwunden und mich ersetzt hat. Das Ersetzen macht mir speziell Mühe, da ich immer das Gefühl hatte, wir hätten eine sehr besondere Bindung.
Der rationale Teil in mir denkt, dass so alles schon seine Richtigkeit hat - Ich fühle mich seit der Trennung physisch und psychisch erheblich besser und sein schneller Wechsel unterstricht die Richtigkeit meiner Entscheidung, mich von ihm zu trennen. Der irrationale oder emotionale Teil in mir geht aber komplett durch die Decke. Hier reichen meine Gefühle von Trauer über die verlorene Liebe, verletzter Stolz, Angst, nie wieder jemanden zu finden, Gedanken daran, dass sie eh nur sein Rebound sei und er bald wieder vor meiner Tür steht bis zu Überlegungen, ob ich um ihn. um uns kämpfen soll.
Das Treffen mit ihm habe ich übrigens abgesagt. Konnte jedoch nicht anders, als ihm noch einen sehr netten, aber emotionalen Brief zu schicken. Darauf hat er sehr nett, aber auch distanziert geantwortet. Er sehe eigene Fehler ein, sei mir nicht böse, empfinde mich immernoch als eine sehr liebe Person, aber die Situation sei halt so, wie sie nun sei.
Seither wieder Funktstille. Ich kann und will keine Freundschaft mit ihm führen.
Aktuell bin ich komplett durch mit der Welt - Versuche mich abzulenken, auszusprechen, . Aber jeder Gedanke dreht sich um ihn. Ich versuche auch herauszufinden, ob ich tatsächlich aufgrund tieferer Gefühle aktuell so abdrehe oder obs nur der verletzte Stolz und die Angst, niemanden mehr zu finden ist. Ist wohl eine Mischung aus beidem. Trotzdem finde ich momentan irgendwie nur sehr schlecht und selten wieder zu mir und zermattere mir das Gehirn, ob es noch ne Chance gibt für uns, ob ich noch was tun kann, . Was eigentlich völlig paradox ist, da ich einem Neustart sowieso sehr skeptisch gegenübergestanden bin, den jedoch gewagt hätte, wenn auch reflektiert hätte. Weil ich ihn halt einfach mag.
Argh.
29.09.2019 15:44 •
x 1 #1