Hallo Daisy,
eine ähnliche Geschichte habe ich auch.
Du bist in deinem Kopf schon sehr klar. Nun muss das nur noch bis in dein Herz gelangen. Ein weiter Weg. Aber mit dieser Klarheit, die du meiner Ansicht hast, wirst du ihn gut beschreiten können.
Vielleicht kann ich dir etwas helfen:
Genau wie du, habe ich den Kontakt abgebrochen. On-off, ich will, aber ich kann nicht, und allerlei Verletzungen brachten mich an diesen Punkt. Nein, die gewünschte Freundschaft wollte ich nicht. Das geht jetzt nicht.
Erst war ich auch erleichtert, endlich war er vorbei, dieser immense Druck. Und dann folgte der Kampf, mich nicht zu melden. Meine Gedanken versuchten ständig mir ein Schnippchen zu schlagen und ich war sehr kreativ im Finden von Gründen, warum ich mich doch mal melden könnte/sollte. Erinnerungen, wie schön es doch mal war, kamen dazu.
Willenskraft, die Rückschau auf die letzte Zeit, in der es alles andere als schön war, viel zum Thema lesen und letztendlich gute Freunde und unsere ehemalige Paartherapeutin hielten mich davon ab.
Gott sei Dank! Bald sind 5 Monate rum und ich habe durchgehalten. Ich bin noch nicht durch, ich denke noch oft, viel zu oft an sie und habe auch noch mal Sehnsuchtsflashs. Der Kampf, mich nicht zu melden, ist nicht mehr anstrengend. Meist dauern diese Impulse nur wenige Stunden und sind nicht mehr so heftig. Aber das ist nur ein Teil. Der andere Teil ist Erleichterung, Freude auf das was kommt, wieder ganz zu mir selbst finden, mich wieder auf meine anderen Lebensbereiche konzentrieren zu können, Freude und Fröhlichkeit zu empfinden. Ja sogar Dankbarkeit stellt sich ein. Dass sie es respektiert hat und sich nicht meldet. Und ich so die Möglichkeit habe, eines Tages eine gesündere Beziehung zu jemand anderen aufzubauen.
Ich habe noch ein Stück des Weges vor mir, ab das Licht am Ende des Tunnels leuchtet sehr kraftvoll.
Ich habe in der Zeit sehr viel für mich gemacht, anfangs musste ich mich zwingen, aber inzwischen mache ich die Dinge sehr gerne.
Du hängst noch an ihr, das ist klar. Ich habe sie noch geliebt, aber mich selbst am Ende auch und so habe ich mich selbst gerettet. Wenn du Klarheit hast und dieser Weg der beste für dich ist, hab Geduld und halte durch. Betrachte deinen Schmerz als Entzugserscheinungen. Es sind auch tatsächlich welche. Es wird weniger. Aber erschrecke dich nicht vor Rückfällen, das ist normal. Grade denkst du, alles ist gut und dann zieht es dich nochmal runter. Danach geht es aber wieder bergauf. Versprochen.
05.02.2017 15:03 •
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