Hallo rosenblüte
natürlich. Kann ich absolut verstehen, weil ich einst genauso dachte. Ja. Wir wollen alle Erklärungen haben. Aber im Grunde gibt es 2 Dinge die der Realität widersprechen.
1. Wenn man wirklich eine Erklärung bekommt, hat man immer noch nicht die Gewissheit das es auch wirklich die Wahrheit ist. Man kann da natürlich seinem Gefühl vertrauen, aber man wird niemals wirklich WISSEN ob es Wahr ist oder eine Ausrede oder ein vorgeschobener Grund.
2. Es gibt, wie wir hier sehen, Menschen die einfach so gehen. Ohne Erklärung. Ohne letzte Worte. Was macht man denn, wenn der Partner stirbt? Da gibt es auch keine Erklärungen mehr und man sitzt genauso Hilflos da, wie wenn er einfach nur geht.
Also, warum wollen wir den wirklich den Grund wissen? Eine Erklärung für das tun oder nicht-tun haben? Ich denke, damit wir uns selbst beruhigen können, das wir keine Schuld haben, an dem was passiert ist. Damit wir möglichst ungeschoren aus der Situation raus kommen und es uns so schnell wie möglich wieder gut geht und wir weiter machen können. Am besten, ohne auf unser inneres schauen zu müssen. Den Schmerz zu fühlen und am ende auch ertragen zu müssen.
Für mich sieht (meine) Wahrheit so aus (inzwischen): Die Gründe sind eigentlich unwichtig eben aus den oben genannten 2 Fakten. Außerdem steht uns unser Ego und unser Denken (also der Verstand) im Weg. Wir können nicht nicht denken. Wir sind der Skla. unseres Verstandes. Alles und jeder wird be- und verurteilt, ständig. Alles wird kategorisiert und eingeordnet. Und das sorgt dafür das man die (eigene, eh schon) verzerrte Realität auf alles und jeden Projiziert. Dadurch verurteilen wir. Unserer eigener Weg ist völlig ok, aber der Weg den andere gehen ist es nicht. Wir wollen und können nicht sagen: Das ist mein Weg, der ist völlig in Ordnung (für mich) und das ist dein Weg und der ist auch völlig in Ordnung (für dich). Wir sind am Ende intolerant und arrogant gegenüber der Wahrheit und Realität anderer Menschen, die nicht so sind wie wir, die einen anderen Weg gehen wollen oder müssen.
Wenn ich also sage, das jeder Mensch frei ist zu tun und zu lassen was immer er möchte, ist das nur eine Feststellung. Es ist kein Freifahrschein für (dummes) kindisches und egoistisches Verhalten. Es ist für mich ein Ausdruck dessen, das Menschen eben so handeln, weil sie es nicht als falsch empfinden in dem Moment. Weil es Ihr Weg ist, den sie gehen müssen um zu wachsen und zu lernen. Ich möchte niemanden dafür verurteilen, weil er tut was er tut (oder eben nicht). Kein Mensch ist Perfekt. Und kein Mensch gehört einem anderen.
Die Wunde des Verlassenwerdens tragen sehr viele Menschen in sich. Ich selbst habe sie viele Jahre (ich bin jetzt 30) in mir getragen. Ich sage nicht, das sie bei mir vollends geheilt ist. Aber ich habe durch meinen Weg dahin gefunden, das ich bereit bin mir die Wunde anzuschauen und endlich heilen zu lassen. Das ist aber auch etwas, das für jeden Menschen zu unterschiedlichen Zeiten passiert. Bei den einen eher, bei den anderen Später. Der Zeitpunkt spielt keine Rolle. Es passiert, oder eben nicht. Beides ist völlig in Ordnung so.
Du hast nichts falsch gemacht. Und er auch nicht. Alles ist im Grunde in absolut bester Ordnung. Damit meine ich nicht, jede Kleinigkeit und Einzelheit im tun und handeln eines Menschen. Alles was wir tun, tun wir meist aus der Intention heraus nach besten wissen und gewissen zu handeln. Das was wir Menschen tun, tun wir um zu lernen, um Erfahrungen zu sammeln. Da dort aber wieder unser Verstand und unser Ego uns im Weg steht, unterteilen (ver-/beurteilen) wir alles nach dem anerzogenen Wertesystem. Diese Erfahrung ist gut, diese ist Schlecht. Wir können nicht erkennen, das eine Erfahrung an sich, weder das eine noch das andere ist. Es ist was es ist. Als Beispiel: Ein Ingenieur stellt 1000 Prototypen einer Maschine her, bis sie endlich so funktioniert wie er sich das vorgestellt hat. Er wird sicher nicht in den Keller gehen und um die 999 Fehler weinen. Oder sich gar dafür verurteilen, das es nicht sofort beim ersten Versuch geklappt hat. Es waren alles Stufen im Entwicklungsprozess, bis er das Geschafft hat was er wollte. Und genau das passiert jedem von uns. Nur mit dem Unterschied, das wir uns für jede Schlechte Erfahrung verurteilen (oder denjenigen, der unserer Meinung nach die Schuld daran trägt). Blödsinn. Schlicht und ergreifend. Genau dafür sind wir Menschen hier. Um Erfahrungen zu sammeln, um daraus zu lernen und daran zu wachsen.
Und wenn wir anderen Menschen so etwas antuen erfüllen wir genau diesen Zweck. (natürlich auch anders herum) Sie und wir auch, lernen daraus. Am Ende stehen wir da mit dem Ergebnis: Ok, das war gut, das kann ich wieder so machen - ODER Nee, das war quatsch, das mach ich nicht noch mal. So funktioniert lernen nun mal.
Ich sage es lieber noch mal, bevor hier philosophische Diskussionen losbrechen:
Das alles ist MEINE Wahrheit. Meine Erfahrung und das Resultat des Weges, für den ich mich Entschieden habe. Ich hab absolut kein Problem damit, wenn jemand das anders sieht. Ganz ehrlich! Ich respektiere und toleriere das von Herzen.
Und ich schreibe das auch nicht, weil ich anderen MEINE Wahrheit aufzwingen will. Ganz im Gegenteil. Mir geht es viel mehr darum, andere, ungewohnte Perspektiven aufzuzeigen, die für den offenen Geist unter Umständen Heilung bringen können. Das hat nichts mit Arroganz oder Anmaßung zu tun, sondern mit meiner eigenen Erfahrung. Es hat mir geholfen, und tut es immer noch. Nichts anderes ist der Grund für meine Hilfe. Jeder der das liest, kann sich daraus nehmen, was sich für ihn gut anfühlt. Und was für ihn falsch klingt, kann er sehr gern ignorieren.
Alles Liebe
trueLove
29.05.2014 20:13 •
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