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Über das Kämpfen

K
@Küstenperle

Ja, die scheinbare Resilienz meiner Mutter bewundere ich wirklich sehr. Aber ich denke, nicht umsonst kämpft sie seit mehr als 10 Jahren mit ihrer schweren Krebserkrankung. Mein Bruder? Er sieht die meisten Dinge wie ich; kann sich aber besser abgrenzen. Aus meiner Sicht ist er auch weniger Ziel der Attacken meines Vaters gewesen, als meine Mutter und ich.

Nein, diese Generation ist sicherlich nicht generell mit Minderwertigkeitskomplexen behaftet. Aber mit einer Denke, die eben nicht mehr die unsere ist. Und es gibt nachvollziehbare Gründe dafür, warum so viel von früher geredet wird. Seit ich das weiß, kann ich mit der Tatsache, dass gerade mein Vater nicht in der Lage ist, seinen Kindern in Gesprächen Raum für ihre Themen zu geben und Gespräche mit sich endlos wiederholenden Erzählungen an sich zu reißen, milder umgehen. Aber das führt hier zu weit.

Leider versteht mein Vater weder ernsthaft noch scherzhaft vorgetragene Kritik nicht.

Vielen Dank für das Mischungsattest Ob es so ist, weiß ich nicht. Ich wurde ja nun gerade gefragt, wie Menschen mich beschreiben würden bzw. was meine hervorstechendsten guten Eigenschaften sind.

Ich kenne diese Fragen aus selber geführten Vorstellungsgesprächen hoch und runter und bereite mich auf so etwas daher kaum mehr vor. Trotzdem überraschte mich selber, dass ich als erstes nannte, ein freundlicher und transparenter Mensch zu sein.Puhhhh Freundlichkeit klingt so lahm, so wenig interessant und vor allem so wenig durchsetzungsstark. Aber das führt jetzt zu weit. Mein bester Freund dagegen bezeichnet mich gern als K*ckbratze Das gefällt mir eigentlich viel besser. Was ich sagen will: Wahrnehmungen sind unterschiedlich.

Jipp. Die Sache mit dem Job setzt sich langsam und ich freue mich, heute meine Vorgängerin kennenzulernen. Außerdem war es gut, dass Du mir gestern noch mal einen Teil der Veränderungen der letzten Zeit vor Augen geführt hast.

Donnerstag geht es mit dem Tattoo weiter. . und seit gestern überlege ich, ob ich mir ein sauteures Hotel an der Nordsee leiste, um am kommenden Wochenende ein paar Tage rauszukommen. Ich habe beschlossen, das Schicksal entscheiden zu lassen. Sollte das Zimmer heute Abend noch frei sein, schlage ich zu und düse am Donnerstagmittag los, um Sonntagabend zurück zu kommen. Ich habe mir eine Auszeit verdient.

Was den zweiten Fuß angeht: gut Ding will Weile haben. Das entscheide ich in Ruhe. Erstmal bekommt der erste operierte Fuß Rehabilitationszeit bis zum kommenden Frühjahr. Dann weiß ich auch, ob die OP etwas in Hinblick auf die feuchte Jahreszeit gebracht hat.

Einen schönen Dienstag für Dich.

27.06.2017 05:16 • x 1 #481


K
@KBR

... wenn ich Deine Beschreibung von Deinem Vater lese, dann erinnert mich das an den Pa von meinem Ex.
Wann immer wir da eingeladen waren, fand ich den Umgang mit diesem Menschen beinahe belastend und ich konnte der Mutter nie schnell genug zur Seite springen, wenn er sein Ego gepusht hat indem er seine Frau irgendwie - und wenn auch nur subtil - beschämt hat.

Die Art meines Ex damit zu dealen war pure Ignoranz. Er hat das nicht mal bemerkt! Und das glaube ich sogar - klingt total stumpf (und ist es wohl auch) aber vielleicht sogar die gesündeste Art mit destruktivem Verhalten anderer umzugehen. Einfach ausblenden.
God bless alle die das können ich gehöre aber mal so gar nich dazu ...

Und hey - ICH finde Freundlichkeit eine wunderbare Eigenschaft.
Habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es viele freundliche Menschen gibt. Ich glaube, Freundlichkeit ist ansteckend - gibt doch so einen Spruch wie es in den Wald hineiruft .. oder so.
Und denjenigen, die es trotzdem vorziehen manipulativ, schlecht gelaunt, missgünstig oder einfach nur schlecht erzogen zu sein - denen geht man eben aus dem Weg. Das geht sogar im Job. Naa, meistens jedenfalls ...

Und man KBR, Du hast doch dieses Jahr zu genüge die Erfahrung gemacht, Karma (oder Schicksal) ist nicht Dein allergrößter Fan, zumindest halt zur Zeit. ZUSCHNAPPEN! Es ist immer die richtige Zeit für eine Auszeit, aber ich finde für DICH ist die Zeit gerade perfekt dafür. Sauteures Hotel, Verwöhnprogramm (nehme ich an) und beste Meeresluft. Gibt nix besseres!

Hoffe, das Treffen mit Deiner Vorgängerin im Job läuft gut und Du freust Dich immer auf neue bzw. andere Aufgaben ...
einen schönen Siebenschläfer-Dienstag wünsche ich auch und BUCHE DAS ZIMMER

27.06.2017 12:00 • #482


A


Über das Kämpfen

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K
@Küstenperle
Deinen Sinn dafür, die Kräfteverhältnisse zu korrigieren, kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Art Deines Ex entspricht der äußeren Art meines Bruders. Dieser nimmt jedoch viel mehr wahr, als man von außen meinen würde. Genug davon.

Deine Karmaargumentation hat mich überzeugt und tatsächlich war das Zimmer über Nacht etwas günstiger geworden. Aber ich war schlau genug, nach dem Wetter zu schauen. Ich mag es rau. Das stört mich gar nicht. Aber selbst ich bin dann nicht den ganzen Tag draußen. Morgen wird mein Tattoo vollendet und damit kann ich nicht in Therrme oder Sauna. Also wird der Trip vertagt oder ich mache einen Tagesausflug, falls ich Hummeln im Hintern bekommen sollte.

Anlässlich der Vorstellungsgespräche habe ich mich mit meinem Lebenslauf beschäftigt und festgestellt, dass ich in fast 30 Berufsjahren inkl. der zwei Ausbildungen 17x den Job gewechselt habe. Die hohe Zahl kommt vor allem deshalb zustande, weil ich die verschiedenen Projekte während meiner Zeit als Consultant mit hinzu gerechnet habe. Besonders in den letzten Jahren wurde mir bei jedem neuen Antrittt vermittelt, wie wichtig die Aufgaben sind, wie dramatisch die personelle Entwicklung ist, wie ernst man das alles zu nehmen hat, dass eigentlich fast niemand in der Lage ist, dem gewachsen zu sein, und der jeweilige Arbeitsbereich aus welchen Gründen auch immer besonders gebeutelt ist. Sie kochen alle nur mit Wasser. So auch gestern im Zusammentreffen mit meiner Vorgängerin. Ja, ich muss mir einiges aneignen. Ja, überall verdichtet die Arbeit sich, aber dem kann ich aufgrund m einer Erfahrung mit absoluter Gelassenheit begegnen. Es wird werden.

Es ist kein Traumjob, aber die Erleichterung all die verbrannte Erde hinter mir lassen zu können und dort anscheinend in einen Arbeitsbereich zu kommen, in dem es die eine oder andere soziale Kompetenz gibt, überwiegt. Einzig das Thema künftige Freizeitgestaltung macht mir etwas Sorge, aber das wird sich finden.

28.06.2017 05:23 • #483


K
5,5 Monate und 4 Minuten
Nachdem Du mich vor 5,5 Monaten verlassen hast, hatte ich sehr viel Zeit, das sacken zu lassen, an Dich und uns zu denken, zu trauern und auf Spurensuche zu gehen. Das hat mir sehr viel Schmerz gebracht, da mir über eine weite Strecke die Ablenkung fehlte.

Jetzt überrollt das Leben mich. Es ist, als wolle es nachholen und mir komprimiert um die Ohren hauen, was die vier Monate lang außerhalb meines Arbeitsunfähigkeitsuniversums ohne mich stattfand. Jetzt gibt es Momente, in denen mir auffällt, dass ich länger nicht an Dich dachte. In diesen erschrecke ich mich kurz und habe fast ein schlechtes Gewissen, weil sich kein Gefühl des Vermissens mehr einstellt. Wir waren mal zusammen? Aha. Das muss in einem anderen Leben gewesen sein. Du bist inzwischen sehr weit weg; fast nicht mehr wahr. Wegen Dir habe ich so gelitenn? Kaum vorstellbar.

Doch dann gibt es Zeiten wie gestern Abend, in denen mir die letzten vier Minuten einfallen,die wir gemeinsam auf dem Bahnsteig warteten, zwei Tage bevor Du das mit mir beendet hast. Ich weiß noch genau, wie ich auf die Anzeigetafel sah und für mich feststellte, dass die Bahn in 4 Minuten kommen würde.

Ich weiß noch genau, dass ich mich nicht von Dir trennen wollte, obwohl oder weil Du an diesem Wochenende eine Dir gar nicht ähnlich sehende Unruhe verbreitet hattest. Und ich weiß auch noch genau, dass ich Dich allein lassen wollte, damit Du Dich in Deinem neuen Zuhause weiter einrichten kannst. Du warst an diesem Wochenende ganz Du und in der Rückschau betrachtet doch irgendwie merkwürdig und anders. Es schien so, als müsstest Du Dich immer mal wieder sammeln, um Dich auf mich zu konzentrieren. Und doch hast Du dort mit mir am Früstückstisch gesessen und in aller Ruhe Deine Rituale gepflegt, mich in der Nacht im Arm gehalten und Zukunftspläne für uns gemacht. Zwei Tage später fiel ich aus den Wolken.

Doch dort auf dem Bahnsteig, als Du mich innig küsstest, dachte ich, alles wäre gut. Ich dachte, das wäre das Zeichen dafür, dass Du mir wie immer zugeneigt bist, dass Du Dich ein bisschen entschuldigen wolltest für Dein voran gegangenes Auftreten und mir die Sicherheit Deiner Zuneigung geben wolltest. Ich hatte keine Zweifel, dass ich die Frau an Deiner Seite bin, als die U-Bahn mir mir aus dem Bahnhof fuhr und Du mir hinterher gewunken hast. Ich hatte Sicherheit und Vertrauen, als mich die Nachrichten von Dir in schöner Gewohnheit auf dem Heimweg begleiteten. Du und ich. Das war unbestritten. Das war meine Zukunft. Wir waren unsere Zukunft - so dachte ich. Ich war mir zu 100% sicher, dass das Gespräch, das ich am darauf folgenden Wochenende mit Dir führen wollte, zu unseren Gunsten ausgehen würde. Ich war mir Deiner Gefühle und Absichten absolut sicher. Ich war beschwingt. Du und ich!

Heute weiß ich, dass Du mit diesem Kuss auf dem Bahnsteig schon Abschied genommen hast, ohne mich das wissen zu lassen. Heute weiß ich, dass Dein Blick beim Abschied nicht der war, der mich immer traf, wenn wir uns trennen mussten oder wollten. Es war Dein letzter Blick auf mich und Du wusstest oder ahntest das bereits, während ich vollkommen arglos war.

In den Momenten, in denen ich daran denke, wie Du mich hintergangen hast, wie sehr ich Dir vertraute und wie wenig Du das gerechtfertigt hast, übermannt mich erneut Trauer. Ich fühle mich von Dir so sehr im Stich gelassen und verraten, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Ich fühle mich von mir selber im Stich gelassen und verraten, weil ich nicht erkannt habe, was vor sich ging. Ich habe mich getäuscht in meiner Interpretation Deines Verhaltens. Ich fühle mich vom Leben verraten.

Diese 4 Minunten auf dem Bahnsteig waren meine Hoffnung auf die Zukunft, aber sie waren bereits Dein Abschied.

Wenn ich daran denke, bin ich tief verzweifelt.

28.06.2017 05:59 • x 5 #484


H
@KBR :

Ich möchte deinen Thread nicht stören, aber der letzte Absatz des obigen Beitrags spricht mir aus der Seele.
Denn als ich meine Ex-Freundin zum letzten Mal sah, standen wir - am Bahnhof. Sie sprach, sie wolle gar nicht fahren und hatte Tränen in den Augen. Später bekamen diese Tränen eine ganz andere Bedeutung als jene, die ich ihnen zugeschrieben hatte. Noch immer fühle ich mich verraten, weil sie offensichtlich schon lange mit uns abgeschlossen hatte, fortwährend jedoch glaubhaft (für mich) den Eindruck erweckte, alles sei toll ...

Ich lese gern in deinem Thema!

28.06.2017 06:13 • x 1 #485


S
KBE, Du sprichst mir aus der Seele, Danke für die tollen Worte

28.06.2017 06:45 • x 1 #486


G
Alles wird gut, Liebster.

Das waren ihre Worte vor 6 1/2 Monaten. Ich habe sie nie wieder gesehen. Same sh**, different location. Aber sie hatte Recht. Alles ist gut. Denn sie ist, wie er, fast nicht mehr wahr. Ein Schatten der Vergangenheit. So wie er.

Guten Morgen, @KBR

Alles wird gut.

28.06.2017 06:58 • x 1 #487


Waldfee47
Alles wird gut.
Auch ich habe diesen Satz von IHM gehört...
Danke, liebe @kbr, dass ich Deine Gedanken hier lesen darf.
Alles Gute Dir für den Fuß und für den Job und viel Glück auf allen Wegen...
ich wünsche dir eine neue Liebe mit einen Mann, der BLEIBT.

29.06.2017 00:38 • x 1 #488


K
@herculaneum
@Steinbock-14

Hier stört niemand! Ist es nicht erschreckend, wie sich alles wiederholt? Wie schwach wir Menschen sind, wenn wir unangenehme Wahrheiten zu überbringen haben und wie leicht wir zu täuschen bzw. getäuscht werden wollen?

@gibby Ach, gibby. Manchmal ist es so und manchmal ist es noch so schwer.

@Waldfee47
Ich danke Dir! Ich habe ja immer noch nicht herausgefunden, ob ich eine totale Schreckschraube bin oder ein-fach-viel-zu-nett-und-lang-wei-lig.

29.06.2017 05:21 • x 1 #489


K
Frau sein
Wann werde ich mich wieder wie eine Frau fühlen? Werde ich mich überhaupt je wieder wie eine Frau fühlen?

Da ist nichts. Da ist kein Körpergefühl. Da ist keine (Lebens-) Lust. Ich fühle mich wie ein Neutrum seit 5,5 Monaten. Das Frau.

Darüber, wer sich dagegen wie ein ganzer Mann fühlen wird, will ich gar nicht nachdenken. A*sch.

29.06.2017 05:36 • x 3 #490


J
Warum lehnst Du das ab?

Moin.

Lass Dich mal von @frischgeföhnt beraten oder @finita oder @Eswirdbesser @NewDay1 @Sabine_49 @ysabell @sozialtussi @Hope26 und vor allem @Tara / @Urmel_ und vielleicht sogar @VictoriaSiempre

Ich durfte früher nie Ohrringe haben und mir keine langen Haare wachsen lassen.
In meiner Friseurlehre hieß es immer. Rauf auf den Stuhl, Du bist ein Kurzhaartyp. Ich hatte keine Wahl. Damals.

Heute mag ich keinen Schmuck an mir, nur den natürlichen. Zähne, meine splissigen längeren gefärbten Haare. Immer mal müssen 2-3 cm ab und meine Wunschlänge werde ich wohl nicht mehr erreichen, aber ich mag längere Haare.

Werde mich heute mal mit dem Thema auseinandersetzen und wenn ich darf, auch noch mehr schreiben.

29.06.2017 06:03 • #491


X
Zitat von KBR:
Ich danke Dir! Ich habe ja immer noch nicht herausgefunden, ob ich eine totale Schreckschraube bin oder ein-fach-viel-zu-nett-und-lang-wei-lig.


Das frage ich mich selber auch.

Vl werde ich mit der zeit viel zu nett und dadurch langweilig.

Alles vermutungen.

Sie / er war nicht der / die richtige

Alles moment beziehungen

Ich genieße jeden moment mir dir, denn ich weiss nicht ob es der letzte sein würde

Wer hätte gedacht, dass wirklich nur ich genießen würde.


Alles eine illusion.


Ich wünsche dir einen schönen tag KBR

29.06.2017 06:07 • x 1 #492


J
Information

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@Ema @Yonda @Angestellte88 @Konrad @whynot60 @Isadora @minna @verliebtverliebt
@Elerya @Blanca @Everywhere @Kerstin_2016 @Kiretty

Und meine kleine @E-Claire weiß das auch, was eine Frau ausmacht. Wie sich @freisein ähhhhhh @Frausein anfühlt.
Ich weiß es. Immer mal wieder. Ich spüre es.

29.06.2017 06:15 • x 2 #493


Angestellte88
@JungeRoemer sorry, kann gerade nicht folgen wieso ich erwähnt wurde und verstehe somit den Beitrag auch nicht

29.06.2017 06:38 • #494


J
Ihr alle seid für mich Vollblutfrauen. Nicht zu vergessen @Roja
Bezieht sich alles auf #490

Ich wünsche Euch allen einen feinen Tag.

29.06.2017 06:41 • x 3 #495


A


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