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Über das Kämpfen

K
Zitat von unregistriert:
Was hast du dir stechen lassen? Eine warnung für kasperlmänner?


Stacheldraht um den Unterleib

Nee, natürlich nicht. Ich zeige es, wenn der 2 Termin stattgefunden hat.

08.06.2017 16:11 • x 1 #406


K
das war das erste Tattoo? OH - Glückwunsch KBR - irgendwie hatte ich im Vorfeld den Eindruck, Du hast mehrere ...
tut es weh - also jetzt?

08.06.2017 16:15 • x 1 #407


A


Über das Kämpfen

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K
Zitat von Küstenperle:
das war das erste Tattoo? OH - Glückwunsch KBR - irgendwie hatte ich im Vorfeld den Eindruck, Du hast mehrere ...
tut es weh - also jetzt?


Danke. Das war heute nur die halbe Miete. In drei Wochen habe ich noch einen Termin.

Ich habe keine anderen. Ich habe nur die Piercings.

Jetzt brennt es manchmal ein bisschen. Die Stunde danach war nicht so schön und ich dachte, wenn mir jetzt jemand gegen den Arm ditscht, im Bus oder so, kann man mir gleich ein paar Knastperlen dazu stechen

Hast Du Tattoos?

08.06.2017 16:18 • #408


K
gosh no! ich bin ein chicken ... auch wenn ich schon mal drüber nachgedacht habe .. aber da ist der Wunsch nicht groß genug.
Bist Du denn bis jetzt zufrieden?

08.06.2017 16:26 • #409


K
Zitat von Küstenperle:
gosh no! ich bin ein chicken . auch wenn ich schon mal drüber nachgedacht habe . aber da ist der Wunsch nicht groß genug.
Bist Du denn bis jetzt zufrieden?


Im Studio fand ich es super, wenn ich auch ein paar Kompromisse machen musste. Aber der Fachmann ist ja dazu da, einem faule Zähne zu ziehen. Also im Studio super.

Auf dem Heimweg war ich ein bisschen wehleidig und irgendwie total k.o. Scheint wohl so ene Adrenalinsache zu sein.

Zuhause natürlich nochmal genau gecheckt, wie das geworden ist. Okay, Begeisterung flachte etwas ab. Ich sah Dinge , die ich im Studio nicht sah - weder auf der Skizze noch auf dem heutigen Ergebnis. Ich war also etwas ernüchtert. Aber es verändert sich ja noch und wird auch noch vervollkommnet.

Nach einem kleinen Nickerchen bin ich bis jetzt ganz zufrieden und denke, wir werden uns anfreunden und es wird seinen Zweck erfülllen. Es ist ja nur für mich und nicht für die Welt. Und mich soll es halt erinnern an dieses bescheidene Jahr bisher, an diese Krise und deren Bewältigung UND daran, wie wichtig es ist, immer auf seine Würde zu achten.

EDIT

. und vor allem auch daran, dass Schmerzen vergehen. Wie die vom Tätowieren.

08.06.2017 16:36 • x 1 #410


U
Zitat von KBR:

Stacheldraht um den Unterleib

Nee, natürlich nicht. Ich zeige es, wenn der 2 Termin stattgefunden hat.


Haha, auch eine idee... ich lach mich schlapp

08.06.2017 18:16 • #411


aquarius2
Tätowierungen sind nichts für mich, ich habe panische Angst davor! Das glaubt man einer Krankenschwester nicht, aber es ist so!

08.06.2017 19:37 • x 1 #412


K
Zitat von aquarius2:
Tätowierungen sind nichts für mich, ich habe panische Angst davor! Das glaubt man einer Krankenschwester nicht, aber es ist so!


Naja, wäre ja eigentlich auch absurd, wenn man das in einem medizinischen Beruf befürworten würde.

Außerdem sind es doch die Brüche im Leben, die uns interessant und zu Individuen machen. Ich habe mich ja auch extrem schwer getan mit der Wahl der Stelle, weil ich ja u.a. in einem sehr konservativen Betätigungsfeld Personalauswahlverfahren durchführe etc.

Aber da darf es in der Freizeit schon mal etwas unerwartet zugehen.

08.06.2017 19:45 • #413


aquarius2
Zitat von KBR:
Naja, wäre ja eigentlich auch absurd, wenn man das in einem medizinischen Beruf befürworten würde.


Viele meiner Kollegen und einige Ärzte sind tätowiert, gepiercht, einer hat sogar ein Branding. Nein, aber ich die schon 1000 Leute gestochen hat und auch viele böse i.m. Spritzen gegeben hat hat ein Riesenproblem damit. Echt, die Grippeimpfung reicht schon, um mir die Laune zu verderben.

Als mir mal ein Muttermal entfernt wurde und die Hautärztin mich genäht hat, konnte ich nicht hingucken, das war auch so, als bei meinem Neffen eine Wunde genäht werden musste.

08.06.2017 19:50 • #414


K
Ich bin da relativ abgebrüht. Ich war ja auch bei meiner Fuß-OP voll dabei . naja, von der Hüfte aufwärts jedenfalls. Ich finde das einfach mega spannend.

08.06.2017 20:03 • #415


aquarius2
Nein, auch da Ohrenstöpsel oder Kopfhörer und dazu eine Oper am liebsten Turandot. Nein da ich das alles beruflich schon hatte brauche ich das eher nicht. Die Zeiten, wo ich mir ein zweites Gastroskop geschnappt und meine Magengeschwüre besichtigt habe sind definitiv vorbei....

08.06.2017 20:13 • #416


K
Zitat von aquarius2:
Nein, auch da Ohrenstöpsel oder Kopfhörer und dazu eine Oper am liebsten Turandot. Nein da ich das alles beruflich schon hatte brauche ich das eher nicht. Die Zeiten, wo ich mir ein zweites Gastroskop geschnappt und meine Magengeschwüre besichtigt habe sind definitiv vorbei....


Das verstehe ich. Mir geht es immer mit meinem eigenen Papierkram so, mit meinen eigenen Bewerbungen usw. Beruflich einfach zu viel davon gehabt.

08.06.2017 20:36 • x 1 #417


K
Das erste Mal

Gestern sagte der Tätowierer, das erste Tattoo wäre wie eine Entjungferung. Falls es gut ist, will man es immmer wieder.

Also ich sage es mal so:

Bis jetzt ist dieser Kick bei mir noch nicht angekommen. Und wenn ich mich an das echte erste Mal erinnere, habe ich da deutlich mehr Interesse an Wiederholungen gehabt.

Dennoch scheint sich in manchen Lebensbereichen abzuzeichnen, dass mich morgen mein Geschwätz von gestern wenig interessiert.

Mein erstes Piercing ließ ich anno 1999 (OMG, bin ich alt) eigentlich nur deshalb stechen, weil ich mich über meinen damaligen Freund maßlos geärgert hatte und er Piercings voll ekelig fand. Da ich gerade eine nicht unbeträchtliche Summe am einarmigen Banditen gewonnen hatte, fand ich einen Teil davon spontan in einem Piercing gut angelegt.

Ich habe es bestimmt nicht mehr als zwei Jahre getragen, wenn ich mich richtig erinnere, aber ein paar ... öhm... Zeitzeugen in Form von Bauchnabelsteckern fliegen hier noch herum. Museumsreif.

Das zweite Piercing habe ich dann 2016 aus Liebe, als Überraschung und als Geschenk stechen lassen - nicht nur bei mir sondern auch bei ihm. Mitgehangen, mitgefangen.

Nach diesem Stechen war ich drei Wochen im Schockzustand und sehr wehleidig, weil es SO VERDAMMT weh getan hat. Ich war mir 100%ig sicher, dass ich nie, nie, nie wieder etwas derartiges machen würde. Liebe hin oder her. ER hatte schon damit begonnen, weitere Begehrlichkeiten in dieser HInsicht zu äußern. Aber ich war raus! Naja, nicht ganz. Ich muss zugeben, ich habe recherchiert, ob es Möglichkeiten für mich gäbe, ohne diese Schock erleiden zu müssen. Aber. no way! Ich war raus.

Tja, dann war es eine Trennung und ein acht Monate später und ich ging aus Trotz, um ein Zeichen meiner Selbstbestimmung zu setzen, um zu spüren, dass ich noch lebe oder, oder, oder erneut zum Piercen. Anders als ER das gut gefunden hätte, aber mir gefällt es richtig gut. Das war wichtig.

Wenn ich das bei jedem Liebeskummer meines Lebens gemacht hätte, wäre ich der Star auf jeder Piercingconvention.

Ich scheine also in dieser Hisicht zu mind. 2/3 zu Übersprungshandlungen zu neigen. Zum Glück kann mir das bei Tattoos nicht passieren, denn die Wartezeiten bei guten Tätowierern sind einfach zu lang, um nicht doch noch einmal ins Grübeln gelangen zu können. Bevor ich mir bei einem Walk-in-service irgendetwas tätowieren lasse, was die Nachwuchstätowiererin in einem Mangarausch entworfen hat und sooooooo gern stechen möchte, weil es soooooo niedlich ist, ist mir meine Haut doch deutlich wichtiger.

Um das Thema abzuschließen: vor 20 Jahren hätte ich im Leben nicht gedacht, dass ich - stark auf die 50 zugehend - mit so etwas experimentieren würde. Aber jetzt genieße ich einfach die Freiheit in Gedanken und Selbstbestimmung, die - nicht zuletzt angesichts meines Berufs eingeschränkt waren - über das Alter(n) jetzt dennoch eintreten. Vielleicht ist es auch ein Ersatz für das - auch finanziell sorgenfreie Leben - dass ER und ich geplant hatten. Egal warum es so ist, ich genieße es.

Btw falls es interessiert:

Die erste Nacht habe ich ohne Farb- oder Flüssigkeitsabsonderungen überstanden. Aber vermutlich macht mein Lymphsystem Urlaub, weil es damit beschäftigt ist, sich von den Folgen der Fuß-OP zu erholen.

So.. genug Blabla. Ich hatte nicht nur gestern sondern auch heute ein erstes Mal und das ist viel wichtiger.

Während ich darauf wartete, dass mein Kaffee fertig aus der Maschine plätschert und aus dem Fenster in den Sonnenschein sah, wusste ich nicht nur, sondern ich fühlte auch, dass in dieser Trennung eine Chance liegt und die Zukunft verheißungsvoll (hoch lebe der Pathos) vor mir liegt.

Ich spürte, dass dieses Jahr mir - neben den Bekanntschaften mit wundervollen Menschen, die ich schon machen durfte - noch Gutes, Herausforderungen und neue Erfahrungen bringen wird, die ich mit IHM nicht gemacht hätte. Das fühlte sich gut an. Optimismus machte sich breit. Da ich mich ja sonst eher als Realistin sehe, während böse Zungen in ahnungslosen Menschen behaupten, ich wäre Pessimistin, ist das schon etwas ganz Besonderes für mich.

Neue Erfahrungen hätte ich zwar auch mit IHM gemacht, wenn wir beieinander geblieben wären, aber andere und anders. Mit dem Gedanken daran bin ich wehmütig. Aber jetzt werden es eben meine ganz eigenen Erfahrungen sein.

Ich freue mich darauf.

09.06.2017 06:49 • x 1 #418


K
Es hat ja auch etwas von Liebeskummer, wenn Freunde einen enttäuschen. Auch wenn die enttäuschende Reaktion nicht unerwartet war, war mein Erlebnis heute anmaßend und unschön. Ich hätte mir Zutrauen und Unterstützung oder doch zumindest Toleranz gewünscht.

Das ist kryptisch. Ich weiß. Aber es hat mit meiner Situation und dem Umgang damit zu tun und darum gehört es für mich hierhin; wenn auch nicht im Detail.

09.06.2017 13:19 • #419


K
Heute Abend fühle ich mich mal wieder sehr allein, obwohl ich viele Menschen gesprochen habe.

Morgen gibt es eine Konfrontation mit der Vergangenheit. Ich muss einen Platz aufsuchen, auf dem wir vor einem Jahr waren. Wir waren dort so glücklich und hatten so viel Spaß. Warum ich so beeinträchtigt werde von Orten und so extrem empfindlich bin, weiß ich nicht. Vielleicht, weil ich sonst nichs habe. Keinen Kontakt, keinem Kampf. Vielleicht weil es so viel Desinteresse vermittelt.

Zum ersten Mal seit ein paar Tagen vergieße ich Tränen.

09.06.2017 21:44 • x 2 #420


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