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Über das Kämpfen

U
Liebe KBR, linker Hacken, rechter Hacken, keine Autoaggresion. Grüsse vom Boxtrainer, grade unterwegs vorgebirge. Halt die ohren steiff und anderen potentionell betroffenen organe auch.

04.06.2017 16:22 • x 1 #391


K
Es war immer schön
das Alleinleben. Und wenn es mal nicht schön war, habe ich es mir schön gemacht oder geredet. Selten habe ich Gesellschaft vermisst. Wenn ich es tat, dache ich an ungewaschene herumliegende Socken oder Diskussionen darum, was es zu essen gibt und wann usw. Ich dachte daran, dass womöglich jemand mit mir reden wollen würde, wenn ich nach Hause komme und mir allein damit auf die Nerven geht. Das alles wolle ich nie. Also war es schön, das Alleinleben. Ich konnte ja raus. Ich hatte Gesellschaft, wann immer ich wollte. Ich arbeitete Vollzeit und noch dazu in der Gastronomie oder im Sonnenstudio. Mir fiel nie die Decke auf den Kopf. Ich hatte unzählige tiefe Freundschaften und oberflächliche Bekanntschaften. Ich musste nie alleine sein, aber ich konnte es.

Praktisch waren Fernbeziehungen oder Affären. Da war ich nicht für die Socken zuständig. Da wusste ich, ich habe mein Reich bald wieder für mich allein. Affären ließ ich gar nicht zu mir nach Hause. Dort hatten sie nichts verloren. Ich trennte mein Leben mit sozialen Kontakten wie Familie und Freunden, meine Arbeit und my castle strickt von ihnen.

Ich ging auch nicht zu ihnen nach Hause. Das sicherte ein gewisses Gleichgewicht. Meist. Es gab da auch eine Ausnahme, aber das war selbst für meine relative Abgebrühtheit in dieser Zeit viel zu scary.

Ich verliebte und entliebte mich immer mal wieder. Es ging gut für eine Zeit, dann eben doch nicht mehr.

Wie dem auch sei. Vorbei. Ich habe meine Unabhängigkeit genossen und gelebt und mir oft genommen, was ich wollte. Nicht mehr vorstellbar.

Jetzt sehne ich mich nach Nähe, nach einem Zuhause bei einem Menschen, nach Socken, dem gemeinsamen Einkauf und dem gemeinsamen Essen. Ich sehne mich nach Gesprächen und Verbindlichkeit. Ich sehne mich nach Zugehörigkeit, S., nach gemeinsamer Freizeitgestaltung und Lachen. Ich sehne mich nach den kleinen Dingen, die man in einer Beziehung kultiviert, nach gemeinsamen Erlebnissen und danach zu nehmen und zu geben, stark und schwach sein zu dürfen. Ich sehne mich nach den kleinen gegenseitigen Aufmerksamkeiten. Ich sehne mich danach, mal wieder allein sein zu wollen und mich auf jemanden zu freuen. Ich sehen mich danach, jemanden zu haben, der mir sagt Ja, klar, tu etwas für dich. Ich freue mich, wenn du das machst. Ich sehne mich nach Bindung und wer weiß wonach noch.

Jetzt ist alles anders.

05.06.2017 10:57 • x 6 #392


A


Über das Kämpfen

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K
Blöde Witze machen,
konnte ich so gut mit Dir.

Heute habe ich daran denken müssen, welche blöden Witze wir darüber gemacht hätten, dass ich jetzt einen Fuß habe, der ein wenig kleiner ist als der andere.

Vielleicht hätten wir gesagt, das wäre angemessen, weil ich damit besser im Kreis um Dich herum laufen kann. Oder dass das der kosmetisch-medizinische Ausgleich für Deine Frodofüße ist. Oder dass ich dann wenigstens auf einem Fuß länger in meinen High Heels stehen kann. Oder dass das so ist, damit Du mich schneller einholen kannst, falls ich weglaufen will. Mir würde da noch weitaus mehr einfallen .

Ich vermisse das.

Wo soll ich denn mit all meinem Quatsch und meinen Gefühlen hin? Für wen soll ich denn da sein und wer ist für mich da?

Ja, ja, für mich selber . aber das ist nicht genug. Ich habe mir auch alle Witze, die ich kenne, schon x-mal erzählt und meine Schlagfertigkeit und mein schlichtes Gemüt machen mir alleine auch nicht besonders viel Spaß.

05.06.2017 21:19 • x 5 #393


K
Check
Okay, Baby, ´ hast mich heute wieder verfolgt.

Erst hast Du mir die Tüte mit den Sachen zugspielt, die ich zusammengestellt hatte, um sie dir das nächste Mal mit in die neue Wohnung zu bringen, und die ich längst vergessen hatte.

Krempel wegschmeißen. Check!

Dann hast Du mich mittels entsprechendem Garn und entsprechender Nadel in der Nähmaschine darauf aufmerksam gemacht, wie froh Du damals warst, dass ich ien paar Dinge für Dich reparieren konnte.

Garn und Nadel wechseln. Check!

Und nun gibt es heute mal wieder einen Stralsundkrimi, den ich gern sehen würde. Aber daran hängen zu viele Erinnerungen.

Krimi ignorieren. Check!

Ich bin zwar nachts wieder lange schlaflos gewesen, aber heute habe ich Dich rerlativ schnell abgeschüttelt. Ich hatte keinen Traum, ich konnte die kleinen Stolperfallen relativ schnell wegrationalisieren und ich habe ansonsten so gut wie gar nicht an Dich gedacht.

Flitzpiepe bzw. Liebeskummer verarbeiten. (Check!)

Nun Kiezmische trinken und Füße hoch. Check!

06.06.2017 19:20 • x 3 #394


K
Ebbe und Flut
Die Liebeskummerebbe von gestern (es ist herrlich durch das alte Watt zu wandern und das Leben dort neu zu entdecken) wurde abgelöst von einer Psychoknacksflut in der Nacht (alles mühsam zurück erobertes Watt wurde wieder überspült).

Die letzte Nacht war mal wieder eine der schlechteren. Sie war kurz. Ich weiß gar nicht mehr, was oder ob ich gegrübelt habe, aber als ich ins Bett ging, hatte wieder jemand (ich ahne, wer das war) ein paar Tetrapoden auf meinem Oberkörper abgestellt. Ein Wunder, dass mein Skelett das ausgehalten hat. So lag ich da am Ufer, sah die Flut kommen und die Schmerzen und der Druck machten Angst. Irgendwann bin ich eingeschlafen.

Zwischendurch wachte ich auf und war wieder von diesem inneren Zittern geplagt. Ich kann nicht erklären, was das ist. Es ist kein Zittern, wie beim Frieren oder meinetwegen bei Fieber. Es überträgt sich nicht auf die Haut und ist kein Herzrasen. Es fühlt sich an, als würde eine Herde Pferde durch meinen Körper galoppieren und immer, wenn sie von innen an meine Körperbegrenzung stößt, dreht sie um und rast in die andere Richtung. Alles findet ausschließlich innen statt.

Ich habe das Ventil, mit dem ich das ableiten kann, noch nicht gefunden. Zu guter Letzt wachte ich mit Kopf- und Nackenschmerzen auf. Das ist zum Glück jetzt vorbei. Ich hasse es, so wehleidig zu sein. Ich will, dass das aufhört.

Nun denn, morgen erfolgt wahrschienlich ein weiterer Schritt im Rahmen der Bewältigungsstrategie. Er hängt von ein paar Faktoren ab, die erfüllt sein müssen. Ich bin gespannt.

Vielleicht bin ich doch zu alt für den ganzen Sch*iß.

Aber eines ist sicher: Ebbe und Flut wechseln sich ab und bald wohne ich seelisch wieder in einer Landchaft ohne so extreme Gezeiten.

07.06.2017 12:33 • x 4 #395


K
Der Mann für mich - wo ist er?



Ich mag die Frau und freue mich bei ihr in einem Monat im Konzert zu sein.

Ich werde ca. 7 Stunden vorher losfahren, um die Stadt zu durchqueren, da Hamburg ja meint, G20-Gastgeber sein zu müssen. Also einige Wenige in Hamburg meinen das. Andere, wie ich, stehen auf das Provinzielle, das Hamburg hat.

Mann für mich
Er sagt was er denkt
und er tut was sagt,
auch wenn es mal kränkt
oder unbequem sein mag.
Ihr meint: So direkt macht er sich lächerlich!
Doch was auch passiert, er bleibt immer - der Mann für mich.

Er hat seine Zweifel,
er verliert mal den Mut.
Er kreist um Gedanken,
unterliegt absolut.
Ihr meint: So verletzlich macht er keinen Stich!
Doch was auch passiert, er bleibt immer - der Mann für mich.

Und wer von euch kennt keine Angst,
wer von euch hält noch Stand
wenn sich jeder verstellt?
Ja, wer von euch geht geradeaus,
wer von euch steht noch auf
wenn alles andere zerfällt?

Er hat seinen Rhythmus,
seinen eigenen Schritt.
Er läuft nicht einfach blind
mit den anderen mit.
Und ihr meint, er sei langsam und widersprüchlich.
Doch was auch passiert, er bleibt immer - der Mann für mich.

Und wer von euch kennt keine Angst,
wer von euch hält noch Stand
wenn sich jeder verstellt?
Ja, wer von euch geht geradeaus,
wer von euch steht noch auf
wenn alles andere zerfällt?

Er behält Zuversicht,
auch wenn etwas mißlingt.
Er flucht wie ein Seemann,
er lacht wie ein Kind.
Ihr meint, er sei seltsam - dabei kennt ihr ihn nicht!
Und was auch passiert, er bleibt immer nur - der Mann für mich

. der Mann für mich.

07.06.2017 18:04 • x 3 #396


K
nich meine Musik - aber das nur nebenbei, hey, wer auf Provinz steht, der wohnt nich in Hamburg ...
der wohnt in Friedrichsort.

viel Spaß dabei und schreibe weiter, auch wenn Du das nicht siehst oder spürst - es GIBT Veränderungen. In eine gute Richtung.

07.06.2017 18:12 • #397


K
Zitat von Küstenperle:
nich meine Musik - aber das nur nebenbei, hey, wer auf Provinz steht, der wohnt nich in Hamburg .
der wohnt in Friedrichsort.

viel Spaß dabei und schreibe weiter, auch wenn Du das nicht siehst oder spürst - es GIBT Veränderungen. In eine gute Richtung.


Ich danke Dir!

Ich stehe auf Provinz. Also auf richtige Provinz.

Und ich stehe auf den provinziellen Anteil, den Hamburg unzweifellos hat

Ich spüre und sehe Veränderungen. Sehr sogar.

07.06.2017 18:14 • x 2 #398


aquarius2
So einen Mann hätte ich auch gerne, mein Prachtexemplar hat mich gerade angerufen, ob wir in den nächsten Tagen nicht mal was zusammen unternehmen wollen. Ich habe ihn gefragt, ob er sich nicht mal um die bevorstehende Geburt kümmern will. Er war ganz überrascht, er hat doch schon alles besorgt.
Na dann ist ja alles in bester Ordnung sagte ich und nannte ihm noch ein paar Punkte, die für mich noch lange nicht abgearbeitet sind. Ach das war wohl der falsche Text, er meinte, ob ich das nicht mal seiner Tochter sagen kann, die ist im Moment ja so wenig da und er fühlt sich noch gar nicht so gut.
Gemeinerweise habe ich nämlich am Wochenende was vor, ohne ihn. Am Sonntag gehe ich mit seinem Vorgänger in die Oper es wird Der Maskenball von Verdi gespielt. Am Samstag besuche ich meine Freundin und auch so geht das Leben weiter, auch wenn ich immer noch etwas daneben bin.
Tja und was G20 betrifft das ist sicher genauso schön wie die Sicherheitskonferenz. Aber du planst ja viiiel Zeit ein. Nimm aber bloß nichts unnötiges mit zum Konzert, nicht dass es dir ergeht wie die Besucher vom Coldplaykonzert gestern.

07.06.2017 18:28 • x 1 #399


K
@aquarius2

Habt Ihr eigentlich den gleichen Beziehungsstatus, war etwas, das ich mich beim Lesen fragte. Ich antworte Dir die Tage nochmal in Deinem Thread.

Ich kann dir nur nochmal raten, Dich deutlich abzugrenzen und nicht der unentbehrliche Dreh- und Angelpunkt in dieser anscheinend recht chaotischen Familie zu sein. Ich war das lange in meiner kranken und dann recht bequemen Herkunftsfamilie. Als ich Verantwortung zurück übergab und noch andere Dinge passierten, wurde mir vorgeworfen, ich würde die Familie im Stich lassen. Fazit: tägliche Besuche, Anrufe, Pflege, Regelung aller bürokratischen Dinge, Seelenströstung, Ablenkung usw. dankt Dir keiner, wenn Du es wagst, Dein Leben zurück haben zu wollen.

Ich finde es super, dass Du ein Freizeitprogramm auch für Durchziehst und damit zumindest ihm gegenüber Grenzen aufzeigst. Doch so lange Du dort wie selbstverständlich ein- und ausgehst und Aufgaben übernimmst, wird er Dich auch als selbtverständlich verstehen.

Das mit den 7 Stunden Anfahrt war eigentlich eher ein Scherz. Ich plane deutlich weniger ein, aber deutlich mehr als normal, d ich die Route zum Flughafen kreuzen muss. Grrrrrrrrrrrrrrr.

07.06.2017 23:59 • x 1 #400


K
Was bleibt
von diesem Tag?

Meine Ausstrahlung ändert sich. Ich wirke zwar nicht wie ein stolzer Schwan, aber immerhin anscheinend auch nicht mehr wie ein geprügelter Hund.

***
Es gibt ihn nicht als Summe. Ich begreife ihn mehr in seinen verschiedenen Facetten. Er ist in Summe kein schlechter Mensch, nur weil er zum Schluss Schlechtes tat. Was ich zuletzt mit ihm erlebte, war für mich unfassbar und verletztend und ich war in keiner Weise darauf vorbereitet, aber es ist umöglich eine einzige Summe aus allem zu bilden und dieser einen Stempel aufzudrücken.

Ein Gespräch mit einer Ferundin, die ihm absprach, ein guter Vater sein zu können, weil er mich hintergangen hat, führte mir das deutlich vor Augen. Genauer gesagt, hatten meine Freundin und ich über das Verhalten mancher Eltern in einer bestimmten Situation gesprochen. Im Gespräch sagte ich ihr, dass ich überraschenderweise bemerken müsse, dass er in diesem Belang ganz anders - nämlich aus meiner Sicht viel besser - wäre.

Sie ging davon aus, dass ich ihn deshalb in Summe auch zu einem guten Menschen erklärt hätte und warf mich auf das unrühmliche Ende zurück.

Ich habe nicht vergessen, was er tat bzw. nicht tat. Ich differenziere nur sehr deutlich.

Er war Balsam auf meiner Seele, er war Inspiration, er war Kritiker, er war Halt und Liebhaber, er war Gegenwart und Zukunftt. Das bleibt.

Er hat versagt am Ende. Das bleibt ebenfalls. Er ist ein Mensch.

***

Eine weitere Diskussion führte mir deutlich vor Augen, dass ich aus Selbsterhaltungstrieb ganz gut vorgesorgt habe nach der Trennung, indem ich es ihm im Grunde unmöglich machte, noch jemals wieder eine Tür zu mir aufzustoßen. Bis dahin hatte er noch nicht erleben müssn, dass meine Worte Giftpfeile sein und Weichen stellen können, wenn man mich richitg wütend macht oder verletzt. Die Fähigkeiten von Robin Hood an Pfeil und Bogen sind Peanuts dagegen.

Ich bilde mir nicht ein, dass ihn das Tag und Nacht beschäftigt, aber es würde ihn hindern Kontakt auzunehmen, falls er doch mit dem Gedanken spielen sollte

Er ist jetzt schon ziemlich lange weg. Der geprügelte Hund ist jetzt auch meistens weg.

08.06.2017 00:41 • x 2 #401


Waldfee47
Zitat von KBR:
Er war Balsam auf meiner Seele, er war Inspiration, er war Kritiker, er war Halt und Liebhaber, er war Gegenwart und Zukunftt. Das bleibt.

Er hat versagt am Ende. Das bleibt ebenfalls. Er ist ein Mensch.


Mein ER ist zwar ein anderer.. aber genau so sehe ich auch IHN.
Gute Nacht.

08.06.2017 00:49 • #402


aquarius2
Zitat von KBR:
Habt Ihr eigentlich den gleichen Beziehungsstatus, war etwas, das ich mich beim Lesen fragte. Ich antworte Dir die Tage nochmal in Deinem Thread.


Ich fürchte, er macht weiter wie bisher, ignoriert alles, was ihm nicht passt, aber spätestens, wenn er zu Hause ist bin ich da weg und wenn dann wieder beide Erziehungsberechtigten weg sind, Pech gehabt.

Und was die 7 Stunden betrifft, denk dran, einige U-Bahnen halten sicher nicht an strategisch wichtigen Haltestellen, war bei uns so, die Leute waren echt sauer.

08.06.2017 05:35 • #403


K
Lebenskrisenbewältigungsstrategie

Schritt 1: 1. Tattootermin meines Lebens = done!

Euphorie stellt sich noch nicht ein. Möge es nach dem 2. Termin in drei Wochen anders sein.

Bei den anderen Bodymod-Aktionen ... krch ... war ich mir irgendwie sicherer.

08.06.2017 15:49 • x 1 #404


U
Was hast du dir stechen lassen? Eine warnung für kasperlmänner?

08.06.2017 15:57 • #405


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