Hallo Ihr Lieben!
Was soll ich sagen? Alles in Trümmern. 24 Jahre sind nutzlos geworden, als ob man die ganze Zeit unter einer Glaskuppel gelebt hat. Ich erkenne den Mann, den ich geheiratet habe nicht wieder.
Die letzten Tage ist einiges passiert. Wir haben immer mal wieder geredet - jetzt, wo die Katze in den Brunnen gefallen ist und mein Noch-Ehemann ließ sich zu den Äußerungen hinreißen, dass er ja eigentlich immer noch nicht wüßte, was er wollte. Sein Kopf sagt ihm bei mir zu bleiben, aber ihm fehlt das Gefühl. Er würde nur Leere fühlen. Ich wurde hellhörig und fragte seit wann das so geht. Antwort: Das käme in Schüben immer mal wieder. Burnout? Dachte ich mir und fragte ob er nicht mal eine Gesprächstherapie machen wolle, denn wenn es tatsächlich so sein sollte, dann ist damit nicht zu spaßen und möglich wäre es.
Ich bin halt ein gutmütiges, dummes Schaf!
Denn ich werde das Gefühl nicht los, dass er sich immer weiter in Lügengeschichten verstrickt. Einiges passt nicht. Er widerspricht sich und scheint von Zuhause zu fliehen. Die Nummer mit seinem Büro (Da ist soviel liegen geblieben) zieht er immer noch ab. Und kaum ist er aus dem Haus, ruft er bei seiner Familie an und verbringt den Tag dort. So wirds wahrscheinlich auch wieder dieses Wochenende sein.
Ich war in seinem Büro. Alle Dinge, die ich ihm mal zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt habe, sind weg. Wahrscheinlich längst weiter verschenkt. Er hat einge Rechnungen nicht bezahlt, obwohl er mir sagt, dass er auf dem Laufenden ist. Und - ach ja - da gibt es keine liegengebliebene Arbeit.
Er lügt und lügt und lügt.
Er fragte, ob ich einen Termin beim Arzt machen könnte wegen seinem angeblichen Burnout - habe ich gemacht, aber ich habe das Gefühl, dass er dort nicht hingehen wird.
Und die beste Aussage war: Willst Du mit jemandem zusammenleben, der dich nicht mag?
Diese Worte krieg ich nicht mehr aus meinem Kopf. Das ist so verletzend und kalt.
Ich habe das Gefühl, dass er versucht mich hinzuhalten, aber ich kann mir nicht erklären warum. Warum zieht er nicht einfach aus? Weil er einen Umzug im Moment nicht bezahlen kann? Kann das der Grund für diese erbärmliche Hinhaltetaktik sein?
Könnt Ihr mir einen Rat geben? Kann es wirklich sein, dass jemand so weit geht und einen Burnout vortäuscht nur um einen eleganten Abgang zu haben? Was meint Ihr was als nächstes kommt? Worauf muß man sich da einstellen?
Wenn er sich trennen will, dann soll er es doch einfach tun und erstmal zu seiner Familie ziehen. Warum macht er das nicht? Es läuft irgendetwas hinter meinem Rücken, das kann ich spüren, aber mir fehlen die Beweise. Ich habe das Gefühl allein gegen eine Wand zu laufen. Die Vorstellung, dass eine ganze Familie irgendwo zusammenhockt und über mich lacht, bringt mich fast um. Kann man denn nicht wenigstens ehrlich miteinander umgehen?