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Nachtrennungsgewalt? Schuld und Scham

Z
Hallo zusammen,

ich weiß gar nicht, ob das hier der richtige Ort ist, meine Gedanken zu platzieren. Ich habe mich von meinem Mann vor einer Weile getrennt. Wir haben ein gemeinsames Kleinkind. Seit der Trennung habe ich das Gefühl, dass er versucht mich zu vernichten. In der Beziehung herrschte bereits psychische Gewalt. Ich bin dabei das Ganze psychologisch aufzuarbeiten. Ich erhalte viele bedrohliche E-Mails, früher noch Sprachnachrichten und kümmert sich leider gar nicht um sein Kind.
Nach außen versucht er sich gut darzustellen.
Für mich ist es deshalb schwierig, weil ich mich zwar versuche abzugrenzen, aber im Endeffekt nur am Reagieren bin. Reagieren nicht in der Form, dass ich versuche auf ihn einzugehen und mich zu rechtfertigen, sondern eher, dass ich mich auf schlaue, Anwaltstermine vereinbare, Termine beim Jugendamt etc.

Es macht mich trotzdem fertig. Ich bin eigentlich eine im Leben stehende Frau und dennoch habe ich mich in einen solchen Mann verliebt, ihn geheiratet und habe Dinge mit mir machen lassen, die ich nie für möglich gehalten habe. Ich schäme mich so sehr, dass ich meinem Kind diesen Vater ausgesucht habe und fühle mich so wahnsinnig schuldig, dass mein Kind nicht in einer intakten Familie aufwachsen kann.
Auch wenn mein Noch-Mann faktisch nicht mehr da ist, ist er irgendwie präsent. Ich habe Angst davor, dass die nächste Sache kommt und dass er durch seine charismatische Art vor den Behörden besser da steht als ich.
Nach dem es mir lange Zeit wirklich gut ging, habe ich aktuell wieder das Gefühl, dass er Macht über mich hat. Das bereitet mir Sorge.

Heute 09:45 • x 2 #1


ma24
@ZukunftsIch
Schlimme Sache. Ich fühle mit dir.
Psychische Gewalt, Droh - E Mails, da sind wie ja schon im Bereich der Strafbarkeit. Die E Mails hast du hoffentlich noch? Du darfst jetzt nicht alleine sein. Anwaltliche Hilfe nimmst du ja schon in Anspruch.
Halte dich fern von ihm, so gut es geht. Und nein, du bist nicht schuldig und hast keinen Grund, dich zu schämen. Dein Mann scheint schwere narzistische Züge zu haben. Der sich aufgeilt daran, dass er dich beherrschen, tyrsnisieren kann. Solche Männer können sehr charismatisch sein. Und dann nutzen sie dich aus.

Heute 10:01 • x 1 #2


A


Nachtrennungsgewalt? Schuld und Scham

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Z
Ja, meine Therapeutin, die ihn auch in zwei Sitzungen erlebt hat, hat auch den Verdacht einer stark narzisstischen Ausprägung geäußert. Ich mag nicht, dass Narzissmus so ein Modewort geworden ist, aber leider passt alles sehr gut auf ihn, auch gewisse Kindheitsereignisse.

Ich bin leider immer wieder überrascht wie wenig das deutsche Rechtssystem helfen kann. Was alles passieren muss, damit überhaupt etwas passiert.

Heute 10:04 • x 3 #3


ma24
@ZukunftsIch
Da gebe ich dir absolut recht! Deshalb hoffe ich, dass du gute Freunde hast. Gehe den Behörden auf den Senkel, sammle Beweise.
Vielleicht kann man wenigstens eine einstweilige Verfügung erwirken, dass er sich dir nicht nähern darf.
Alles Gute.

Heute 10:10 • #4


Laetitia2024
@ZukunftsIch Es tut mir sehr leid, was du gerade durchmachst. Das ist eine sehr schwere psychische Belastung. Ich würde dir raten, parallel zu deinen ganzen Terminen eine Therapie zu machen, die dich emotional unterstützt. Es gibt auch viele Beratungsstellen für Frauen in deiner Situation. Such dir emotionale Unterstützung und dokumentiere alles, was von deinem Ex kommt und nicht okay ist. Ich würde ihn komplett aus eurem Leben verbannen und nur die vom Jugendamt abgesegneten Kontakte zum Kind zulassen. Wenn er sich nicht um das Kind kümmert, kannst du den Kontakt gegebenenfalls komplett abbrechen. Lass dich juristisch beraten. Er ist trotzdem unterhaltspflichtig. Es ist eine schwere Zeit für dich momentan, aber die geht auch vorbei. Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Zeiten. Alles Gute!

Heute 10:52 • #5


Laetitia2024
Du kannst dir auch eine Selbsthilfegruppe suchen, von Frauen in deiner oder einer ähnlichen Situation. Das hilft vielleicht, wenn du siehst, dass du nicht alleine bist mit der Problematik.

Heute 11:09 • x 1 #6


Z
Das Problem ist, dass er nach außen ja normal wirkt. Er tut unserem Kind nichts an, er hat halt nur wenig Lust auf das Kind. Das heißt er sagt gerne mal einen Umgangstermin ab. Und ich kann ihm den Umgang nicht einfach verbieten. Vor allem nicht vor der Scheidung.

Eine Therapeutin hab ich bereits. Da er auch dem Alk. sehr zugewandt ist, war ich auch schon bei der Suchtberatung für Angehörige.

Es ist einfach eine sehr anstrengende Zeit und gefühlt sind alle Fortschritte wieder zunichte gemacht. Das stimmt so nicht, aber subjektiv fühlt es sich so an.

Heute 11:57 • #7


ma24
@ZukunftsIch
Naja und Alk. und psychosche Gewalt könnte dann auch mal zi physischer Gewalt werden. Wenn et merkt, dass er die Macht über dich verliert, könnten bri ihm vielleicht auch mal alle Sicherungen durchbrechen. Auch dein Kind könnte dann in Gefahr sein. Oder siehst du das anders?

Heute 12:25 • #8


Z
Er hat das Kind nur wenige Stunden. Wenn bei ihm mal wieder alle Sicherungen durchbrennen, sagt er eher ab.

Ich habe halt auch schon versucht das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Keine Chance. Ein Umgangsrecht hat er. Ich glaube tatsächlich nicht, dass unser Kind bei ihm in Gefahr ist. Darüber habe ich mir lange Gedanken gemacht. Aber für ihn ist es ja wichtig mir zu schaden, nicht seinem Kind.

Heute 13:11 • x 1 #9


B
@ZukunftsIch Wie alt ist euer Kind?

Wenn die Umgangszeiten klar geregelt sind, welche Berührungspunkte gibt es aktuell auf der Elternebene, worüber müsst ihr euch verständigen? Wie kann er dir schaden, womit droht er? Kannst du deine Situation greifbar machen, du schilderst abstrakt deine Ängste, was unternimmt er, um dich unter Druck zu setzen?

Heute 13:17 • #10


Z
Das Kind ist 2 Jahre alt.

Er hat mir gedroht mich anzuzeigen, sollte ich ihm die Kaution, für unsere gemeinsame Ex Wohnung nicht ausbezahlen. Er hat leider Schulden bei mir. Deshalb wollte ich sie einbehalten, weil er große Geldprobleme aufgrund seines ausschweifenden Lebensstils hat.

Er erzählt Lügengeschichten, was andere gemeinsame Kontakte über mich berichten würden. Ich habe diese kontaktiert um das zu verifizieren.

Trotzdem. Ich stand ja lange unter dem Einfluss dieses Mannes und manchmal habe ich einfach eine diffuse Angst, dass er es doch schafft, alle von sich zu überzeugen.

Ich glaube auch nicht, dass er mir das Kind wegnehmen will, weil er kein Interesse hat, aber so ein bisschen hat er damit auch schon gedroht.

Vermutlich sind es nicht groß haltbare Sachen, aber psychisch setzt es mir zu.

Heute 13:22 • #11


Z
Die Umgangszeiten sind eben nicht klar geregelt, weil er immer wieder absagt, sich verweigert etc.

Heute 13:22 • #12


B
Zitat von ZukunftsIch:
Die Umgangszeiten sind eben nicht klar geregelt, weil er immer wieder absagt, sich verweigert etc.

Versuche die Umgangszeiten mit Hilfe des Jugendamts festzuschreiben. Wenn er sie nicht wahrnimmt, dann ist das sein Problem. Für alle anderen Themen hast du hoffentlich einen fähigen Anwalt, der gern für dich die Kommunikation übernimmt.

Euer Kind ist noch sehr klein. Ihr werdet noch sehr lange als Eltern wirken müssen. Schau, dass du die Themen sauber trennst und dir Hilfe ins Boot holst. Hast du eine konkrete Vorstellung, wie die Betreuung eures Kindes aussehen soll, wie präsent ist das Thema Alk., ist er überhaupt in der Lage, das Kind alleine zu betreuen?

Heute 13:37 • #13


Z
Es gilt die Regel, dass er das Kind nicht in der Dorfkneipe betreuen darf und er während und vor der Betreuung nüchtern sein muss. Daran hält er sich wohl. Er trinkt tendenziell erst am Abend, aber die Trennung hat den Konsum natürlich nochmal in die Höhe getrieben. Ist ja auch keine kontrollierende Frau mehr da. Wobei es ja ein Trugschluss ist, zu glauben, man könne den Konsum eines anderen kontrollieren.

Wir haben jetzt einen Jugendamtstermin. Die stehen natürlich auch nur beratend zur Seite, haben aber als Behörde hoffentlich eine andere Wirkung auf ihn.

Für mich wäre es optimal, wenn er das Kind einmal in der Woche 6-8 Stunden betreut. In dieser Zeit sollte er dann auch die Möglichkeit nutzen etwas kindgerechtes mit ihm zu unternehmen. Einmal die Woche, weil das den Kontakt zwischen mir und ihm bei der Übergabe nochmal deutlich einschränken würde. Außerdem hätte ich so ein paar Freiräume. Es ist einfach doch Recht anstrengend für alles allein verantwortlich zu sein. Das funktioniert aber nur, wenn er sich wirklich kümmert.
Falls er das Kind jetzt 8 Stunden nur vor den TV setzt, wäre es zu viel.

Heute 13:57 • x 1 #14


ma24
@ZukunftsIch
Also, ich weiß nicht. Ob er bei seiner ausgeprägten Persönlichkeitsstörung seinen Alk. immer so wird steuern können, dass er nicht zur Gefahr wird. Ich würde nicht aufgeben, um das alleinige Sorgerecht zu erhalten.

Heute 14:03 • x 1 #15


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