Hey,
ich lese schon ne Weile interessiert mit, wollte mich aber gar nicht einschalten, weil bmkilla ja schon viel Hilfe bekommt.
Lass dich nicht noch mehr unter Druck setzen als du ohnehin schon bist, auch nicht aus dem Forum hier, an dem du ja sehr hängst.
Deine Tochter würde ich mal ganz aus der Entscheidung ausklammern. Bedeutet, du solltest sie nicht als Grund für dein Zusammenbleiben ausnutzen, solltest aber dir auch nicht einreden lassen, dass ihr irgendetwas Schlimmes passiert (psychisch), wenn ihr zusammenbleibt.
Ich war noch 1,5 Jahre mit meiner Ex zusammen, nachdem sie fremd gegangen ist.
Dachte früher, dass ich so was nie machen würde. Aber ich hatte auch Fehler gemacht, und es waren noch viele Gefühle für sie da (und auch viel Verlustangst), deshalb wollte ich nichts unversucht lassen.
Also nimm dir die Zeit. Nach ner Weile wird auch eine Art Normalität einkehren. Warum habt ihr keinen S..?
Das Interessante war bei mir, dass ich das s..uelle Fremdgehen irgendwie überwinden konnte (nach ca. 1 jahr, davor wars schwer). Aber das Vertrauen kam nicht zurück. Das lag zum einen daran, dass sie mit mir nie völlig ehrlich gesprochen hat, und wir haben viel gesprochen. Aber ich spürte immer, dass sie nicht ehrlich zu sich selbst war, das konnte sie nicht.
Und bei deiner Frau hört sich das ähnlich an. Sie hat Angst vor dem was sie sieht, wenn sie ehrlich zu sich selbst ist, deshalb verdrängt sie das.
Aber dadurch, dass sie das Vergangene nie aufarbeitet, wirst du auch kein Vertrauen wieder gewinnen, weil du spürst, dass sie sich jederzeit wieder von dir lösen könnte.
Meine Ex hat dann (vielleicht unbewusst) auch weiter nach geeigneteren Partnern Ausschau gehalten, das habe ich gespürt, aber sie ht es nie zugegeben. Sie war in psychologischer Behandlung, als ich nach einem halben Jahr einmal mit bei ihrem Psychologen war, meinte er genau dass, was ich befürchtet hatte, dass sie trotzdem sie noch mit mir zusammen ist, weiter Ausschau halten wird. Das hat ihr nicht gefallen und hat das letzte Kapitel der Beziehung eingeleitet, die 3 Monate später folgte.
Also du wirst noch eine Weile brauchen, gerade weil du ein sehr, sehr ängstlicher Mensch zu sein scheinst (Verlustangst).
Bleib wachsam, die unguten Gefühle in dir sind gute Indikatoren. Die werden immer stärker. Bei mir war es so, dass über meinem ganzen Leben ein schwarzer Schatten hing, auch über schönen Momenten. Irgendwann war der Moment gekommen, als ich wusste auch die schmerzlichste Trauer/Angst ist besser (weil intensives Leben) als dieser schwarze Schatten (weil totes Stagnieren).
Jetzt 3-4 Monate später weiß ich, dass ich noch nie so schnell so viel über mich gelernt habe, und auch Sachen in mir wiederentdeckt habe, die vom Schatten verdeckt waren.
Also gehe deinen Weg, aber hör auf zu taktieren, das macht deine Frau schon genug.
26.06.2012 17:02 •
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