Wie perfide und berechnend können Menschen eigentlich sein... ich kann gar nicht glauben, welch perfides Spiel scheinbar mit mir gerade gespielt wird: Das Dilemma begann ganz gut am vergangenen Wochenanfang, denn ich hatte die Kraft, mich zu einer endgültigen Kontaktsperre durchzuringen. Nach fünf Tagen bekam ich wieder Nachricht von ihm (ich hab ihm zuvor nicht angekündigt, dass ich für mich eine Kontaktsperre beginne... wozu auch). Versuchen, mich einzulullen mit Charmeoffensiven konnte ich zunächst nahezu mit Unbeteiligtsein abschmettern, sagte ihm, ich wolle nichts mehr von ihm. Ich war froh über die fünf Tage Kontaktsperre, denn während dieser nahmen zudem meine Rachegefühle und -pläne, meine Vorstellungen in die Tat umzusetzen, deutlich ab.
Am Samstag dann die Überraschung: Er stand vor meiner Tür, wollte reden. Ich war einverstanden. Vielleicht, dachte ich, tut mir so ein ganz offizieller Abschied ganz gut. Wir sprachen einige Stunden über unsere Vorstellungen von dem, was wir uns aufgebaut hatten - dabei schienen wir wieder auf eine Wellenlänge zu sein (... dabei redete er mir nur nach dem Mund, wahrscheinlich). Sein Stress auf Arbeit würde ihn zu sehr vereinnahmen und sowas wie Begehren würde er nun doch wieder empfinden, blablabla... der Besuch endete mit einer Umarmung. Eine, die in mir dummer-, dummer-, dummerweise wieder Hoffnung wachrief, mein Leben nicht ganz ohne ihn verbringen zu müssen. Aber bin ich ein williges Weibchen, weil ich nach acht Jahren meine Zuneigung für jemanden nicht einfach zurücknehmen oder abstellen kann?
Sonntagabend dann die böse, aber wohl vorauszusehende Überraschung. Per SMS wurde mir mitgeteilt, dass er an diesem Abend einen wichtigen Anruf von der Arbeit verpasst habe. Sein Job sei, sofern das immer wieder vorkomme, in Gefahr. Die Schuldfrage war für ihn ganz klar: ICH trage sie, denn immerhin müsse er in weiser Voraussicht (um vor möglichen Fragen bei eventuell eingehenden Anrufen des Liebchens gewappnet zu sein) sein Handy zuhause stets auf lautlos stellen... alles andere wäre, sollte sich das Liebchen mal melden, viel zu auffällig, würde unnötige Fragen provozieren. Ich habe ihn versucht, zweimal an diesem Sonntagabend anzurufen. Die einzige Lösung, die er kennt (und wahrscheinlich auch nur die, die er möchte), sei, dass ich gar nicht mehr bei ihm anrufe... Merkt er gar nicht, wie er mich mit diesem Verhalten herabwürdigt oder ist das sein Ziel? Er stellt mich so hin, als würde ich ihn 20mal am Tag oder vielleicht 200mal täglich anrufen, sodass sein Handy pausenlos meinetwegen piept. Dabei piepts wahrscheinlich nur in seinem Köpfchen. Und mit der Gewissheit, Liebchen ruft nicht mehr an, kann er sich ja ein schönes Leben machen. SMS würden ja genügen, wenn ich was zu sagen hätte, meint er. Was ist das für ein despotisches und egomanes Verhalten und wie sehr muss man jemanden verachten und geringschätzen, um das per SMS ganz lapidar zu senden. (Ich konnte ihn vorher immer anrufen; noch nie hat er gesagt, er verbiete es mir... und noch vor wenigen Wochen waren das mehr als zwei Anrufe am Abend...)
Ich bin tieftraurig, meine Kraft für Arbeit und dergleichen tendiert (wieder) gegen Null. Wegen dem Fremdbegatter wollte ich das Zu-Boden-gedrückt-Werden und Wieder-Aufraffen nicht als Leistungssport betreiben...
PS: Geht ruhig hart mit mir ins Gericht... irgendwann dringt die Vernunft vielleicht nochmal in die allerletzte Gehirnzelle... und danke.