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Habe ich alles kaputt gemacht?

M
Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin neu hier und suche auf diesem Weg Rat für meine zur Zeit (in meinen Augen) aussichtslose Lage.

Ich bin gestern von meiner Freundin nach mehr als 5 Jahren verlassen worden, sitze hier und denke an nichts Anderes als das ich derjenige war, der eine perfekte Beziehung zerstört und damit seine große Liebe verloren hat. Ich hoffe es macht sich überhaupt jemand die Mühe das alles zu lesen, aber ich bin der Meinung man muss die ganze Geschichte kennen um sich eine Meinung bilden zu können.

Ich fange einfach mal ganz von vorne an und hoffe das ich es möglichst kurz aber auch ausführlich genug in chronologische Bahnen bringen kann.

Meine Freundin (34) und ich (30) haben uns vor knapp 6 Jahren in einem VHS-Japanisch-Kurs kennengelernt. Beide steckten wir zu diesem Zeitpunkt in sehr schlecht laufenden Beziehungen und haben uns über knapp ein dreiviertel Jahr hinweg über unsere gemeinsamen Interessen näher kennengelernt. Die Basis war unsere gemeinsame Liebe zur japanischen Kultur. Später begann sie dann auch noch mit einem in meinem Leben sehr zentralen Bestandteil, dem Karate (was für mich mehr als Sport, sondern aufgrund der Philosophie usw. ein Lebensweg ist). Sehr schnell fand sie ebenso einen entsprechenden Zugang dazu und wir verstanden uns immer besser. Wir tauschten uns über unsere unglückliche Lage in den jeweiligen Beziehungen aus, suchten Rat beim anderen und kamen uns immer näher dadurch. Schlussendlich kam es dann dazu das wir uns ineinander verliebten. Wir beendeten unsere Beziehungen und wurden ein Paar.

Von Anfang an schien alles perfekt. Wir harmonierten in jeglicher Hinsicht, egal ob es Ansichten, Lebenseinstellungen oder eben auch die gemeinsamen Hobbys waren. Das Glück konnte kaum größer sein, wenn es da nicht von Beginn an einen Stolperstein gegeben hätte.

Meine (Ex)-Freundin, bzw. ihre Eltern stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien, genauer gesagt aus Serbien, sind aber bereits vor über 40 Jahren nach Deutschland gekommen. Sowohl meine (Ex)-Freundin (sorry, es fällt mir gerade sehr schwer das Wort „Ex“ zu schreiben), als auch ihr 7 Jahre älterer Bruder sind hier geboren und aufgewachsen. Nun war es so, das es von Beginn an nicht möglich war beim Anderen zu übernachten. Ich durfte weder bei ihr übernachten, noch durfte sie bei mir übernachten. Das viel mir damals schon sehr schwer, da ich mit meiner vorherigen Freundin zusammen gewohnt hatte und sie mittlerweile 30 und ich 26 war. Man fühlte sich wieder wie ein kleines Kind. Aber gut, ich ließ mich darauf ein und begann sogar in Eigenregie Serbisch zu lernen um auch vor ihr und ihren Eltern gut dazustehen und mich ein wenig reindenken zu können.

Das Ganze lief dann so ca. 1 Jahr weiter. Im Winter kam es dann zum ersten großen Eklat. Ich wohnte damals ca. 15 km von ihr entfernt auf dem Land. Es war zu der Zeit immer so, das ich am Wochenende nachts dann immer so gegen 3:00 Uhr morgens nach hause bin, da ich ja nicht dort übernachten durfte. Es war ein Samstag und glateisbedingt weigerte ich mich schließlich nach Hause zu fahren, da ich am Abend zuvor bereits einmal fast die Leitplanke geknutscht hatte. Somit übernachtete ich ganz und fuhr am nächsten Morgen nach hause. Am selben Nachmittag machten ihr ihre Eltern eine riesen Szene. Betitelten sie als *beep*, und was weiß ich alles. Es war für mich die Hölle. Aber gut, irgendwie geriet das dann in Vergessenheit und es kam dazu das ich in nächster Zeit hin und wieder bei ihr übernachtete. Es spielte sich ein. Irgendwann, nach knapp einem Jahr wurde es mir zu viel und auch das Thema „Zusammenziehen“ kam auf den Tisch. Sie sagte mir, das sie dies nicht ohne Verlobung tun wird. Ich, total verliebt und eigentlich geistig auch schon soweit das ich mir sagte „Warum eigentlich nicht“. Es passte ja alles. Also fragte ich sie an Weihnachten ob sie mich heiraten möchte. Das tat ich mit ihr allein und wir sagten es dann ihren Eltern und meinen. Am Abend wurde ich bei ihren Eltern in der Familie willkommen geheißen, abgeknutscht usw. usw.

Ich übernachtete dann auch und am nächsten Morgen kam dann der Hammer. Sie wurde von ihren Eltern in die Küche bestellt und dann ging das Theater los. Das gehe so nicht, wie ich angezogen gewesen sei, es hätte kein Foto gegeben, es hätte kein Essen gegeben usw. usw. Dieser für mich wichtige Schritt wurde in den Dreck gezogen und sie setzte ihren Eltern nicht wirklich etwas entgegen. Man muss dazu sagen, in meiner Familie und meinem Freundeskreis gilt Verlobung als völlig unüblich. Ich kannte zu der Zeit niemanden der das gemacht hat und habe es somit nach Bestem Wissen und Gewissen durchgezogen wie ich es für richtig hielt. Es ging mir um meine große Liebe.

Ok, lange Rede kurzer Sinn, wir sind dann zusammengezogen. Man muss nun dazu sagen, das sie vor knapp 10 Jahren mit ihren Eltern zusammen ein Haus gebaut hatte und sich dabei komplett überschuldet hatte. Ihre Eltern wohnen im ersten Stock, wir im Erdgeschoss. Ihr Vater (zur Zeit des Hausbaus bereits 54 Jahre alt) arbeitet seitdem in zwei Jobs (einmal im Schichtbetrieb im Reifenbau und dann nochmal im Landschafts- und Gartenbau). Das zieht er bis heute so durch (er wird dieses Jahr 63). Der Abtrag beläuft sich glaube ich auf knapp 2000 EUR im Monat. Meine Ex arbeitet in einer Apotheke, verdient knapp 1500 EUR und zahlt selbst auch knapp 950 EUR Abtrag. Und dabei reden wir noch von keinen Steuern usw. Ihr Bruder hat schräg gegenüber auch gebaut und lebt dort aber auch allein, da die Eltern ihm seinen bisherigen Freundinnen immer vergrault hatten.

Gut, ich bin dann eingezogen und im Frühjahr ging es dann los. Wir kamen vom Einkaufen wieder und ihre Eltern riefen sie zu sich. Dann kam das Ultimatum. Entweder sie oder ich. Dann ging es erst richtig los. Es wurden Briefe geschrieben. Ich wurde als hässlich, als Versager, als sonst was betitelt. Ich sei nicht gut genug für ihre Tochter und und und. Das Ganze ging ca. 2 Wochen. Meine Ex ging dann eines Abends nach oben und sagte ganz klar das sie mich zu akzeptieren haben und sie sonst ausziehen werde. Daraufhin war dann Ruhe. Man wurde am nächsten Tag zum Essen nach oben eingeladen. Aber eine Entschuldigung erhielt ich nie. Es wurde einfach nicht mehr darüber gesprochen.

Ich muss an dieser Stelle sagen, das mir das einfach einen riesengroßen Knacks versetzt hat. Seitdem bin ich jeden Abend mit Bauchschmerzen nach hause gefahren. Ich habe mich dort nie wohl gefühlt. Bevor meine Freundin auf den Tisch gehauen hatte, war es auch so, das ihre Eltern einfach immer ungefragt in unsere Wohnung kamen, egal ob wir da waren oder nicht. Danach wurde zumindest geklingelt. Es war aber immer so, das jeden Tag irgendetwas war. Ständig rief ihre Mutter an, kam runter, usw. (ihre Mutter ist psychisch sehr labil, verkriecht sich zuhause und wird immer sofort sterbenskrank wenn etwas schief liegt). Das war zum Teil so extrem das man gerade 3 Minuten zur Tür drinnen war und schon klingelt das Telefon und das dann teilweise auch im Halbstundentakt. Sie ging immer wieder ungefragt in die Wohnung, putzte dort, räumte auf usw. Die Maßnahme den Schlüssel abzuziehen haben wir leider nie durchgehalten, bzw. ich hatte es vergessen, stand dann vor verschlossenen Türen als ich nach hause kam, musste mir dann wieder nen Schlüssel organisieren usw. Das passierte dann zweimal und dann war er halt wieder dran. Fragt mich nicht warum wir nicht auf die Idee kamen einen Zweitschlüssel anfertigen zu lassen. Wir haben da irgendwie nicht dran gedacht, bzw. meine Ex schon, hat aber nach gestriger Aussage erwartet das ich das tue und sage. Das war alles auch dahingehend problematisch das unser Paarleben sehr darunter litt. S. ging nur abends ganz spät oder morgens ganz früh. Spontane Lust war nicht möglich. Und dann ging es auch nur ganz leise, damit ja keiner was hört. Die Abstände zwischen den einzelnen Akten wurde dadurch immer größer. 1 bis 2 mal im Monat war die Regel. Gestern wurde dann gesagt, das dies ja mit einem abgezogenen Schlüssel immer möglich gewesen wäre, ich die Initiative aber nie ergriffen hätte.

Der nächste Punkt war, das immer wenn etwas draußen zu tun gewesen war, man zwei Minuten vorher ankam und verlangte sofort alles stehen und liegen zu lassen um zu helfen. Egal an welchem Wochentag. Meine Partnerin tat dies auch immer bereitwillig. Das mich das alles störte wurde nie für Ernst genommen.

Der Gipfel war dann der erste Sommer, also direkt nach der Eskalation im Frühjahr. Wir hatten das erste Mal in unserer Beziehung gemeinsam 2 Wochen Urlaub. Meine Freundin zog es allerdings vor mit ihren Eltern für drei Wochen nach Serbien zu fahren und ich blieb allein im verhassten Haus zurück. Mit konnte ich nicht, da ich wieder arbeiten musste und die Rückfahrt nicht organisierbar gewesen wäre. Und sicherlich war von meiner Seite auch Angst vor der unbekannten Situation dabei. Wir haben uns während dieser drei Wochen viel per SMS und Telefon gestritten, eine hohe Telefonrechnung produziert usw. Problematisch dabei war, das wir dann aufgrund von Jobwechseln usw. tatsächlich die nächsten drei Jahre keinen Urlaub mehr zusammen hatten. Jeder konnte nur für sich nehmen. Die Zweisamkeit war dahin.

Gut, so ging das dann immer weiter. Man muss dazu sagen, ich bin sicherlich auch kein einfacher Mensch. Ich hatte anfangs noch studiert, danach Probleme anständige Arbeit zu kriegen und bin selbst auch noch psychosomatisch veranlagt, so das ich ständig dann von irgendwelchen Leiden geplagt war, bei denen sie mir beistehen musste. Ich befand und befinde mich zwar in therapeutischer Behandlung deswegen, aber es gab trotzdem zu hause immer viel abzufedern. Irgendwann kamen dann noch Depressionen dazu, die wohl durch eine unerkannte Schilddrüsenunterfunktion ausgelöst wurden. Seit ich Hormone nehme (seit knapp zwei Jahren), ist das zumindest fast gänzlich verschwunden. Ich will damit sagen, das ich ganz oft mit mir selbst beschäftigt war, keine Lust hatte etwas zu unternehmen (wobei sie auch nie die Person war, die ständig auf die Piste wollte und musste).

Jedes Jahr im Sommer kam dann das Thema Hochzeit und Kinder wieder auf. Klar, sie ist vier Jahre älter als ich und die Uhr tickte. Ich konnte aufgrund meines Unwohlseins nie Stellung dazu beziehen. War nie in der Lage den Schritt zu gehen und auch finanziell war das kaum zu stemmen, da wir beide kein Geld hatten. Natürlich war auch die Tatsache das ich mich in diesem Haus nie wohl fühlte ein Grund. Dazu sagte sie aber immer nur, das sie das Haus nicht aufgeben wird und ich doch mal auf ihre Eltern zugehen solle um das Problem zu lösen. Hinzu kam, das für sie nur ein fester Ablauf in Frage kommt. Erst standesamtlich, dann kirchlich, dann eine Feier hier und eine Feier in Serbien. Und danach dann Kinder. Ich selbst habe mit der Kirche nichts am Hut und wollte dann einfach das wir einen Kompromiss finden. Und das natürlich auch finanziell (der Abtrag musste bezahlt, eine neues Auto musste her da das alte schon auseinander viel, ich musste Bafög zurückbezahlen. Da blieb nicht viel übrig). Egal welche Kombination ich vorschlug, ohne Kirche, mit Kirche ohne zweite Feier, nichts war richtig, auf nichts ließ sie sich ein. Und so schob man das Thema weiter vor sich hin.

Wir verstanden uns trotzdem weiterhin sehr gut. Bauten gemeinsam eine eigene Abteilung in unseren Verein auf, frönten unserem Hobby, das ihr mittlerweile genauso wichtig war wie mir und alles lief prächtig. Die Jahre 2012 und 2013 waren dann aber wohl bezeichnend. Ich hatte in beiden Jahren diesmal wirklich gesundheitliche Probleme. Zuerst ständige Zahnschmerzen bis hin zu einer langwierigen Wurzelbehandlung die sich fast ein Jahr hinzog (ja, so etwas gibt es tatsächlich wenn mehrere Zähne betroffen sind) und danach kamen gleich Hämorrhoiden die extrem schmerzhaft waren und über längere Zeit behandelt wurden. Sowohl die Situation im Haus, als auch meine Gesundheit führten dazu, das ich mich immer mehr in mich zurückzog. S. hatten wir das letzte Mal im Dezember 2012. Meine Lust war gänzlich weg. Sie erzählte mir, sie hätte sich im Sommer 2013 sehr um mich bemüht, hätte sich aufreizend angezogen usw. um mich aus der Reserve locken. Hat mich aber nie direkt angesprochen. Ich habe ihr immer weniger gezeigt wie sehr ich sie liebe, heißt ich habe sie draußen nicht an der Hand genommen, sie nicht umarmt, das hat sich fast alles nur noch zuhause abgespielt, bis es dort auch immer weniger wurde.

Im Sommer 2013 kam es dann vor unserem ersten gemeinsamen Urlaub seit drei Jahren wieder zu einer Auseinandersetzung beim Thema Hochzeit. Wir planten dann endlich mal in den Urlaub zu fahren (wir waren dann 5 Tage in Paris) und ich sagte das wir danach darüber sprechen werden. Dann kam mein Job dazwischen wo es extrem schlecht lief. Im und nach dem Urlaub hatte ich allerdings das Gefühl das es beziehungstechnisch bergauf ging. Der Urlaub nur mit ihr hatte mir wieder viel Kraft gegeben. Ich hatte wieder Lust sie zu berühren, ihr nah zu sein. Es ging allerdings nur sehr langsam voran, da ich aufgrund der vorherrschenden Distanz zueinander sehr unsicher war, aber ich hatte auch das Gefühl das sie auch wieder mehr will. Sie hatte sich zum Schluss fast nur noch vor den PC zurückgezogen. Nach dem Urlaub kam sie dann auch wieder zu mir auf die Couch und ich hatte wirklich das Gefühl es wird besser. Im November dann die Ernüchterung. Sie fragte mich, das ich nach dem Urlaub über Hochzeit sprechen wollte und dies nicht getan hätte. Ich sagte ihr das dies stimmt und mir das auch sehr leid tut, aber ich aufgrund der für mich neuen Fortschritte noch etwas warten wollte und das Thema eigentlich um Weihnachten herum anschneiden wollte (und das wollte ich wirklich. Die Pläne standen schon fest, mit Essen gehen usw.). Sie sagte dann nur das sie nicht mehr könne. Das es immer schlimmer werden würde und sie keine Gefühle mehr für mich habe. Ich sei nur noch ein Freund für sie. Ich viel aus allen Wolken, da ich für mich dachte, das es langsam wieder bergauf ging. Sie hatte zu der Zeit schon mit einem waren Kaufwahn angefangen und war 2000 EUR in den Miesen um ihren Frust zu überdecken (das viel mir aber erst wirklich auf, als sie es sagte, da sie immer schon relativ häufig etwas bestellte. Mir viel nicht auf das es mehr war als sonst). Sie wollte die Beziehung beenden und ich hätte mich doch mehr bemühen müssen um sie um uns usw. Es endete damit das sie mir noch eine Chance gab, was zurückblickend betrachten einem: „Du bist an allem Schuld und du musst mich jetzt wieder zurückerobern“ gleich kam.

Ich begann dann auch um sie zu kämpfen. Nahm sie wieder bei der Hand, umarmte sie wieder. Dachte mir Strategien aus sie wieder zu verführen. Habe mit ihr einen Tanzkurs angefangen, was sie schon ewig wollte, zu dem ich immer sagte, das es mir zu viel sei aufgrund unseres anderen sehr zeitintensiven Hobbys.

An Weihnachten kam dann der nächste Supergau. Ich hatte die Woche vor Weihnachten schon Urlaub, dekorierte die Wohnung und war gerade am Plätzchen backen, als es an der Tür klingelte. Ihr Vater stand vor der Tür und sagte er müsse mal mit mir reden. Ich wusste schon was kommt. Er fragte was denn nun mit Heiraten sei. Er würde bald sterben und er wolle noch Enkelkinder haben. Er hätte auch seinem Sohn schon die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt, das er langsam in die Pötte kommen müsste, sonst werde er ihm nicht mehr helfen (er pflegt quasi beide Grundstücke, weil ihm sein Sohn Geld geliehen hat). Ich war ehrlich und sagte das es im Moment Probleme gäbe und wir das erste klären müssten (rückblickend betrachtet hätte ich garnichts sagen müssen). Er sagte dann das wir reden sollten und er an Silvester eine Antwort haben möchte. Ich kontaktierte dann sofort meine Freundin erzählte ihr alles. Wir waren uns einig das wir das jetzt sicherlich nicht überstürzen werden. Ich fragte sie am Abend dann wie sie das nun klarstellen wolle. Sie sagte nur, das sie gar nichts dazu sagen wird und sicherlich keinen Streit deswegen anfangen wird. Weihnachten war für mich dann die Hölle. Ich fühlte immer das Damoklesschwert des Ultimatums über mir. Zog mich immer weiter zurück. Im Januar kam er dann irgendwann und redete mit ihr darüber. Aber eben auf Serbisch in der Küche ohne mich. Sie sagte ihm wohl das er sich da raus halten sollte, berichtet hinterher aber nicht was gesprochen wurde (ok, ich hatte auch nicht gefragt). Es ging dann jedenfalls so weiter. Ich fühlte mich immer unwohler, hatte im Kopf so dämliche Gedanken vom Alleinsein und wie schön das doch wäre usw. und glaube damit die Beziehung weiter sabotiert zu haben. Rückblickend auch da ich irgendwie immer Angst hatte, was passiert wenn sie mich wieder liebt und dann sofort das Thema Hochzeit wieder aufkäme. Vor zwei Wochen eskalierte es dann wieder. Sie sagte das sie nicht mehr könne, sie mich nicht mehr lieben würde und die Beziehung beenden wolle. Wir einigen uns dann erst mal auf eine zweiwöchige Auszeit die ich bei meinem Vater und Bruder verbrachte. Ich habe mir in dieser Zeit viele Gedanken gemacht und konnte die Problematik für mich zumindest eingrenzen und habe ihr das gestern beim verabredeten Gespräch alles wie folgt mitgeteilt:

1) Ich habe das Gefühl sie hat nie hinter mir gestanden.
Ich habe ihr immer sagt, das ich mich nicht wohl fühle. Ich verstehe das sie das Haus nicht aufgeben wird, aber sie hatte auch nie gefragt wie sie mir dabei helfen könnte das es mir besser geht. Ich durfte nie entscheiden wann ich mal die Tür aufmache oder wann ich ans Telefon gehe. Sie verlangte immer von mir sofort zu springen wenn ihre Eltern an der Tür oder dem Telefon waren. Zum Beispiel war ich Sonntags im Schlafanzug im Wohnzimmer und telefonierte mit meinem Vater. Ihr Vater klingelt und ich machte nicht auf. A weil ich im Schlafanzug war und B weil ich gerade telefonierte. Das hat sie überhaupt nicht akzeptiert, ich hätte ihren Eltern die Tür aufzumachen. Wo wäre denn das Problem? Dazu kamen dann eben noch die Sachen mit dem unter Druck setzen bzgl. Hochzeit und Kinder usw.

Sie nahm das alles in Schutz. Ich würde schließlich in dem Haus wohnen und wenn wir verheiratet wären, wäre das auch auch meine Familie und ich hätte mich anzupassen. Ihr Vater würde schwer für die zwei Häuser arbeiten und sie müsse ihn unterstützen, egal wann und egal wie. Dazu kam, das sie nicht akzeptierte das es mich stört, das sie mit ihren Eltern in meiner Gegenwart zu 95% Serbisch spricht, auch wenn ich kaum etwas davon verstehe. Das sei einfach so und das sei Gewohnheit und das könne man nicht so leicht abstellen.

2) Wir hatten nie ein Paarleben
Egal ob Intimität, egal S., usw. Wir hatte nie unsere Ruhe. Ständig klingelte es an der Tür am Telefon usw. Wenn ihre Eltern riefen mussten wir springen und das sofort. Sie zog sich immer aus Paarritualen raus. Ich liebe es z. B. Sonntags morgens gemeinsam zu frühstücken. Sie war Frühstücken nicht gewohnt und ich saß alleine in der Küche. Das es mir um das Zusammensitzen und reden ging, hat sie nie verstanden. Sie grenzte mich regelmäßig aus. Wenn sie Probleme hatte und ich fragte, bekam ich immer nur zur Antwort: „Jetzt nicht, frag mich in 10 – 15 Minuten nochmal“. Irgendwann habe ich dann nicht mehr gefragt. Habe ihr aber immer zugehört wenn sie erzählt hat, egal ob Arbeit oder zu hause.

Sie nahm das wieder alles in Schutz. Sie hätte mir ihren Eltern gebrochen wegen mir. Es wäre eine riesige Kluft entstanden (Außer das sie jetzt klingeln bevor sie reinkommen, hat sich meiner Ansicht nach nichts geändert) und deshalb wird sie das wenige was noch blieb so weiter führen. Ihre Mutter sei krank und nicht in Behandlung, sie müsste sich um sie kümmern. Und außerdem würde ich mir ihre Probleme nie anhören (stimmt, irgendwann hab ich nach der ersten Abfuhr kein zweites Mal mehr gefragt).

3) Äußerlichkeiten waren ihr immer wichtiger als ich
Die Hochzeit, die Verlobung usw. das musste alles einem bestimmten Muster folgen. Die in ihren Augen misslungene Verlobung hielt sie mir wieder vor. Nachdem ich ihr sagte das ich nicht wusste wie und es einfach so gemacht habe, wie ich dachte das es richtig sei, entgegnete sie mir „Sonst würde ich auch alles googlen, und da hätte ich das da auch mal machen können“.

So, das Ende vom Lied. Sie sagte mir gestern sie habe sich die zwei Wochen Gedanken gemacht und erkannt das sie mich nur als Freund und nicht als Partner vermisst. Sie würde mich nicht mehr lieben und werde die Beziehung nicht weiter führen. Sie habe auch mit ihrer besten Freundin darüber gesprochen und die habe ihr auch gesagt, das wir nicht zusammen passen würden und sie die erste wäre die bei der Hochzeit aufspringen und Einspruch erheben würde. Des Weiteren kam sie nun mit der Kulturschiene. In ihrer Kultur sei das alles eben nicht so. Das wäre auch meine Familie gewesen und ich hätte mich anpassen müssen, das wären dann auch meine Eltern gewesen. Die ganzen Jahre davor hat sie immer gesagt, sie sei hier geboren und sei Deutsche und hätte mit der serbischen Kultur nicht viel am Hut.

Ich habe in den zwei Wochen gemerkt wie meine ganzen Gefühle, der Wunsch ihr zur zeigen wie sehr ich sie liebe, sie zu umarmen, zu küssen usw. nach und nach wieder kam und immer stärker wurde nachdem ich aus dem Umfeld draußen war. Mir wurde klar, es war das Umfeld was mich blockiert hat.

Nun sitze ich jedoch hier und denke mir das ich alles kaputt gemacht habe. Waren das einfach nur Lapalien über die ich hätte hinwegsehen müssen? War ich einfach nur zu stur, habe ich ihr nicht gezeigt wie sehr ich sie liebe? Habe ich sie einfach nur wie Dreck behandelt und habe es mir selbst zuzuschreiben? War das am Ende alles nicht so schlimm und ich hab mich einfach nur ignorant und wie ein Schwein benommen?

Sie war alles was ich immer wollte. Sie teilte meine Interessen, wir tickten immer gleich, teilten alles miteinander. Und nun soll das alles vorbei sein? Ich kann einfach nicht mehr. Ich überlege ständig wie ich sie zurückgewinnen kann. Habe nun Angst vor unseren Freunden und Bekannten als Versager dazustehen und habe Angst davor was mit unserer gemeinsamen Leidenschaft passiert, unserer Abteilung die wir zusammen aufgebaut haben und leiten und wo wir uns jede Woche mindestens zweimal immer sehen werden da sie meine Co-Trainerin ist und ich sie auch brauche und es im Training mit uns immer super funktionierte. Dort war es sogar noch schön als zuhause alles schief lief.

Was soll ich nur tun? Wenn ich daran denke, das ich am Samstag meine Sachen aus unserer Wohnung holen muss könnte ich schon wieder durchdrehen. Ich sitze nur noch hier und heule und frage mich was ich falsch gemacht habe. Habt ihr einen Rat für mich?

Viele Grüße

Mathias

03.03.2014 16:37 • #1


P
Hallo Mathias!

Ich habe deinen Text komplett gelesen.

Erst mal ganz wichtig: Aus meiner Sicht bist du unschuldig!


Für mich stellt es sich eher so dar, dass die Umstände wie Familie und Kultur die Auslöser für die Trennung sind.
Deine Ex steht/stand ständig zwischen den Stühlen. Vielleicht war sie selbst gar nicht so unzufrieden, hat sich aber durch ihre Eltern beeinflussen lassen.

Ihr habt wahrscheinlich zu wenig miteinander offen über eure Gefanken/Gefühle/Wünsche gesprochen.

Ich finde es schlimm was du beschreibst. Schlimm bzw. unfair, dass sie scheinbar nicht bereit dazu war, Kompromisse in gewissen Dingen einzugehen und noch schlimmer, dass die Eltern ständig bei euch waren und genervt haben. Ist doch klar, dass eine Beziehung nicht gut gehen kann wenn es kein Privatleben und Zweisamkeit gibt, sondern nur Fremdbestimmung und ggf. Manipulation durch die Eltern.

Ich kann dich super gut verstehen und ich sags dir ganz ehrlich: Ich hätte das nicht so lange ausgehalten wie du! Ich wäre gegangen.

Ich verstehe deinen Schmerz, aber scheinbar hat sie sich gegen dich und für ihre Familie entschieden. Bzw. der Druck hat ihre Gefühle scheinbar kaputt gemacht. Ich glaube da kannst du im Moment nichts machen.

Versuch irgendwie damit klar zu kommen.

Wie das mit eurer Abteilung und eurem Training weiter gehen soll/ wird, bleibt wohl abzuwarten.

Fakt ist, dass du kein Versager bist. Du solltest dir auch weniger Gedanken darüber machen, was andere über dich denken.
Aus meiner Sicht hast du alles richtig gemacht und ich bewundere, dass du das ausgehalten hast.

Ich denke allerdings auch, dass du dir keinen Gefallen damit tust, wenn du versuchst um sie zu kämpfen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

03.03.2014 18:37 • #2


A


Habe ich alles kaputt gemacht?

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M
Hallo Pegasus,

danke für deine Antwort.

Mein Problem liegt im Moment eher darin, das ich nicht verstehe das man nicht über solche Kleinigkeiten hinwegsehen kann wenn man jemanden liebt. Sie ist alles was ich mir immer gewünscht habe im Leben.

Sie hat nie viel von mir verlangt. Wollte nur das ich sie draußen an der Hand nehmen, sie mal vor anderen umarme und drücke. Sie wollte nur Nähe von mir und die habe ich ihr im letzten halben Jahr nicht gegeben, obwohl ich das gewollt habe.

Ich hatte wahnsinnige Angst davor was passiert wenn sie mich wieder so liebt wie ich sie. Das ist doch völlig irrational oder? Wieso hatte ich Angst davor das sie mich wieder so sehr liebt? Sie hat sich wegen mir einmal gegen ihre Eltern gestellt. Das hat sie vorher noch bei keinem gemacht und ich denke immer das wir das vielleicht so wieder irgendwie hin bekommen hätten. Nur ich habe ihr meine Zuneigung verweigert obwohl sie da war.

Auch gestern im Gespräch habe ich dreiviertel der Zeit wieder auf den Problemen rumgeritten anstatt einfach nur zu sagen, das ich sie liebe und das wir das schaffen, irgendwie.

Deswegen mache ich mir solche Vorwürfe. Ich denke ständig das wir es irgendwie geschafft hätten und ich es am Ende kaputt gemacht habe. Und das nur Aufgrund eines kurzfristig aufflammenden Freiheits- und Selbstbestimmungsdrangs, der jetzt völlig weg ist.

03.03.2014 18:45 • #3


P
Hallo Mathias!

Was bringen dir die Selbstvorwürfe?

Du hattest und hast doch deine Gründe für dein Verhalten.

Ich finde es nicht irrational, dass du Angst vor ihrer Liebe hattest. Ich kann das sogar nachvollziehen.

Zweifelst du an dir, weil es leichter ist als an ihr zu zweifeln?

03.03.2014 19:10 • #4


M
Zitat von Pegasus8:
Hallo Mathias!
Du hattest und hast doch deine Gründe für dein Verhalten.

Ich finde es nicht irrational, dass du Angst vor ihrer Liebe hattest. Ich kann das sogar nachvollziehen.


Kannst du mir das von deinem Standpunkt aus erklären? Mir kommt es nämlich total irrational vor. Denn wenn sie mich wieder richtig geliebt hätte, hätte man die Probleme doch vielleicht irgendwie überwinden können oder?



Zitat von Pegasus8:
Zweifelst du an dir, weil es leichter ist als an ihr zu zweifeln?


Ich kann einfach keinen Grund finden um an ihr zu zweifeln. Ich sehe immer nur das ihre Wünsche eigentlich nicht wirklich hochgegriffen waren. Dem gegenüber steht, das ich die Frau gefunden hatte, die ich mir immer gewünscht hatte. Und dann mache ich alles um sie von mir wegzutreiben. Da bleibt mir doch nichts anderes übrig als an mir zu zweifeln und die Schuld bei mir zu suchen oder?

03.03.2014 19:49 • #5


P
Zitat von Mathias30:
Kannst du mir das von deinem Standpunkt aus erklären? Mir kommt es nämlich total irrational vor. Denn wenn sie mich wieder richtig geliebt hätte, hätte man die Probleme doch vielleicht irgendwie überwinden können oder?


Ohje, das zu erklären, ist schwierig, aber ich versuche es mal:

Also, wenn ich mich in dich und deine Situation rein versetze dann hätte ich Angst vor ihrer Liebe weil es für mich bedeuten würde, dass der Druck ihrer Familie bezüglich Hochzeit und Kindern bestehen bleiben oder gar noch schlimmer werden würde.
Es wäre wie ein Gefängnis für mich aus dem es keine Fluchtmöglichkeit gibt. Ich würde mich in der Situation hilflos, ohnmächtig und eingeengt fühlen. Mal davon abgesehen, dass manche Männer sich ja allgemein von Frauen schnell eingeengt fühlen. Wie ich ja schon sagte, hätte ich das mit ihren Eltern nicht ausgehalten. Ich möchte nicht in eine Familie einheiraten wo meine Schwiegereltern mich beschimpfen und abwerten bis ich selbst glaube, dass ich ein Trottel bin. Da sie ja scheinbar sehr verbunden mit ihren Eltern ist und es sie somit nur zu dritt gibt, ist für mich die logische Konsequenz, um dem zu entfliehen, dass ich Angst vor ihrer Liebe habe. Denn Liebe bedeutet ja Verbindung. Je weniger Sie mich liebt, desto leichter komme ich aus der Nummer raus, falls es nicht mehr geht. Je weniger Liebe da ist, desto freier bin ich ja auch irgendwo.

Keine Ahnung, ob das ansatzweise verständlich oder nachvollziehbar ist.

Ich denke, wenn es sie ohne diese ganze verzwickte Situation mit ihren Eltern gäbe, könntet ihr auch glücklich sein. Aber ich sehe den Ausweg aus dem ganzen nicht. Sie kann und will sich ja aus der Situation nicht rausziehen. Ich kann mir wie gesagt auch gut vorstellen, dass es auch für sie echt blöd ist, immer so dazwischen zu hängen.

Und zum Thema wenn sie mich wieder richtig geliebt hätte, hätte man die Probleme doch vielleicht irgendwie überwinden können: Ich denke, dass das vielleicht gar nicht so viel mit der Stärke der Liebe zu tun hat, sondern viel mehr auch mit dem Willen! Ich kann jemanden noch so sehr lieben, wenn ich nicht will dann wird das auch nichts.



Zitat von Mathias30:
Ich kann einfach keinen Grund finden um an ihr zu zweifeln. Ich sehe immer nur das ihre Wünsche eigentlich nicht wirklich hochgegriffen waren. Dem gegenüber steht, das ich die Frau gefunden hatte, die ich mir immer gewünscht hatte. Und dann mache ich alles um sie von mir wegzutreiben. Da bleibt mir doch nichts anderes übrig als an mir zu zweifeln und die Schuld bei mir zu suchen oder?


Das sehe ich anders. Zu einer Trennung gehören immer zwei und es ist ganz sicher NICHT immer der Verlassene, der sämtliche Schuld trägt. Es haben immer beide Seiten einen Teil der Schuld zu tragen. Es gibt doch auch genug Fälle, wo es eher die Umstände sind, die zu einer Trennung führen anstatt fehlende Gefühle. Dass du sie entschuldigst und sie mehr oder weniger als perfekt hinstellst, wundert mich gar nicht. Wenn man jemanden liebt und verlassen wurde, dann denkt man immer erst mal, man sei allein schuldig und der andere sei ja so toll und habe ja so Recht mit allem usw., aber schau doch mal genauer hin. Wenn ich keine Fehler sehen will dann sehe ich auch keine, weder bei mir noch bei anderen. Sie war aus deiner Sicht perfekt für dich, aber das bedeutet nicht, dass sie auch real fehlerfrei war/ist. Du liebst sie, aber sie dich laut ihrer Aussage nicht mehr. Es macht keinen Sinn sich jetzt einzureden, dass alles an dir liegt. Vielleicht war sie auch einfach nicht die Richtige für dich. Manchmal trügt der Schein! Wenn ich eine Frau liebe, finde ich sie auch perfekt... Bis ich irgendwann die rosa Brille absetze und realistisch gucke. Jeder hat Fehler, auch Sie!
Versuch dich selbst aufzubauen anstatt dich mit Zweifeln selbst zu zerfressen. Wer weiß wozu die Trennung gut war.

Trotzdem verstehe ich deinen Schmerz!

03.03.2014 21:24 • #6


B
lieber Mathias, ich sehe das so, dass sie hier in Deutschland lebt, sich einen deutschen Mann genommen hat und sich dann auch ein Stück weit nach Deiner Kultur zu richten hat. Würdest Du denn, wenn Du als Deutscher in Serbien geboren wärst dort von einer serbischen Frau erwarten, dass sie sich 100% Deiner Kultur und Deinen Vorstellungen anpasst? Sicher nicht! Denk Dir das Ganze doch mal umgekehrt! Spätestens da müsste Dir auffallen, dass hier irgendwas schief lief. Du hast sicher eine gewisse Mitschuld an der Misere. Es war etwas naiv, sich zu verloben, zu ihren Eltern zu
ziehen etc. ohne vorher genau abzuklären, wie das Ganze dann laufen wird. Aber okay, sowas passiert wenn man verliebt ist und unter Druck steht. Dennoch finde ich, dass Du ihr in allen Punkten nachgegeben, Dich angepasst hast. Du bist zu ihren Eltern ins Haus gezogen, hast Dir jahrelang den Terror ihrer Eltern gegeben. Ich finde Dich sehr gutmütig. Sie hatte großes Glück, an jemanden
wie Dich zu geraten, der das alles mitmacht. Wenn ich das richtig verstanden habe würdest Du ja auch Dein Versprechen halten und sie heiraten, nur eben nicht genau so, wie sie es sich vorstellt. In ihrer Kultur ist Familie sehr wichtig, was ja an sich ein guter Wert ist, der hier in Deutschland meiner Meinung nach fehlt. Nur: Es muss auch Grenzen haben. Dir war vorher nicht klar, dass Du mit ihr auch ihre Eltern heiratest und das so weit geht, dass ihr nichtmal ungestörten S. haben könnt. Mathias, ich glaube Dir, dass Du diese Frau sehr liebst. Aber willst Du so ein Leben
wirklich führen? Du musst Dir selbst die Frage stellen, wie weit Du Dich selbst und Deine Lebensvorstellungen bereit bist für diese Liebe aufzugeben. Wenn du wirklich dazu bereit bist, dann kämpf um sie und pass Dich dem an. Lern dann am Besten Serbisch, damit Du überhaupt verstehst, was sie um Dich herum reden. Und wenn Du Dich dem nicht anpassen willst, bleibt nur, die Trennung zu akzeptieren. Ich denke nicht, dass Du hier Kompromisse erwarten kannst. Auch wenn sie behauptet hat sie sei Deutsche. Das ist sie nicht. Sie ist in einer völlig anderen Welt groß geworden...lg banane
reden.

06.03.2014 21:00 • #7


B
Was ich ehrlichgesagt unter aller Sau von ihr finde, dass sie sich von ihrer besten Freundin derart beeinflussen lässt. Bei mir kommt mein Mann vor meinen Freunden, ganz klar! Und wer zu mir passt und wer nicht, das entscheide immernoch ICH und nicht meine Freunde, Eltern oder wer auch immer. Wann wart ihr denn wirklich mal
ein PAAR? Es gibt sie doch immer nur im
Doppelpack mit Familie, Freunden etc. Ok, es ist ihr anzurechnen, dass sie sich immerhin durchgesetzt hat, Dich als Partner zu behalten obwohl
ihre Eltern dagegen waren. Und auch in Sachen Hochzeit sich nicht von ihren Eltern bedrängen liess, das mit Dir ausmachen wollte. Das meint sie dann wohl
mit Bruch mit ihren Eltern, den sie wegen Dir hatte. Mag sein, dass das in ihrer Kultur schon ein sehr starker Liebesbeweis ist. Dennoch, was Du Dir angetan hast mit ihren Eltern wegen ihr ist noch ein viel Größerer! Horrorvorstellung, 0 Privatsphäre zu haben und die Schwiegereltern, die einen noch dazu ablehnen, ständig in der Wohnhng stehen zu haben ohne Grenzen setzen zu können! Kein Wunder, dass Du psychosatische Beschwerden hast. Wenn Du eine Disposition dafür hast, ist so eine Lebenssituation wohl der Garant dafür, dass sie auch zum Tragen kommen! Ganz ehrlich Mathias, sie hat NICHT mit ihren Eltern gebrochen, sonst würden diese nicht ständig in eurer Wohnung stehen und Ansprüche stellen. Ihre Entscheidung für Dich empfinde ich als sehr lauwarm. Is ja gut, wenn sie für ihre kranke Mutter da sein will und es ist auch noch ok, dass sie im
Haus mit ihren Eltern leben möchte! Aber dann hätte sie bitteschön dafür Sorge tragen müssen, dass Deine Privatsphäre geschützt bleibt. Du warst kompromissbereit, hast Deinr kulturellen Vorstellungen zurückgestellt. Ihre Eltern sind es allerdings 0
und sie hat Dich nicht genug geschützt! Du tust mir echt leid, sowas hast Du nicht verdient. Und dass Du Dir jetzt noch allein die Schuld gibst, zeugt von Deiner Gutmütigkeit. lg banane

06.03.2014 21:33 • #8


B
ich meinte natürlich psychosomatische Beschwerden )

07.03.2014 12:29 • #9


P
Ich glaube auch: Mathias ist zu gut für diese Welt.

Er sollte etwas mehr auf SEINE Bedürfnisse achten!

10.03.2014 22:59 • #10


M
Hallo ihr beiden.

Sorry, das ich so lange nicht geschrieben habe, aber es sind dann wieder ziemlich turbulente Dinge passiert an denen ich jetzt wieder knabbere.

Am nächsten Tag, also am Dienstag vor zwei Wochen erhielt ich plötzlich eine Mail von ihr, mit der Bitte ihr nochmal zwei Wochen Aufschub zu gewähren, da sie sich ihrer Entscheidung nicht sicher sei.

Natürlich flammte dann die Hoffnung wieder in mir auf und ich gab ihr die zwei Wochen. Innerlich versuchte ich mich auf die Trennung einzustellen, aber irgendwie ist mir das nicht gelungen. Die Hoffnung hat mich leben lassen.

Tja, dann kam der vergangene Samstag. Wir trafen uns in der Stadt in einem Café und sprachen über alles. Über eine Stunde redete sie mit mir über unsere gemeinsamen Hobbys, was wir tun können usw. So als ob nichts wäre.

Dann bat sie mich anzufangen. Das fand ich schon komisch, da sie ja die zwei Wochen haben wollte. Ich habe dann nur gesagt, das ich nicht mehr über Probleme sprechen will, sie einfach nur vermisse und immer noch gern habe und gerne versuchen würde einen gemeinsamen Weg nach vorne zu finden.

Tja, und dann ging es los. Sie habe die zwei Wochen gebraucht da sie sich nach ihrer ersten Entscheidung überhaupt nicht sicher war ob sie das richtige tut. Sie würde mich total vermissen, würde mich in der Wohnung überall sitzen sehen, könne nach wie vor die Küche nicht betreten (da ich ja immer gekocht habe) und hätte nur noch geweint und geweint. Aber dann vor zwei Tagen sei ihr klar geworden, das sie nur einen guten Kumpelt vermisst und deshalb mir gegenüber fair sein möchte und die Beziehung beenden möchte. Ich sei nur ein guter Freund, den sie aber auf keinen Fall verlieren möchte. Sie möchte weiterhin mit mir unseren Hobbys nachgehen und Spaß haben. Aber für eine Beziehung reiche es nicht. Das vergangene Jahre hätten zu viel kaputt gemacht. Ich hätte mich nicht richtig um sie gekümmert, auch wenn sie sich fragt, ob sie mich im letzten halben Jahr einfach nur hat abblitzen lassen.

Und dann ging die Aufrechnerei los. Egal was ich an Argumenten vorgebracht habe, da hat sie noch eine Schippe drauf gesetzt. Nichts war gut genug, hier ein paar Beispiele:

- Sie hatte sich beschwert, das ich sie nicht an die Arbeit fahren würde. Das habe ich dann ab da getan. Jetzt kriege ich vorgeworfen ich hätte abends immer nur vor der Arbeitsstelle gewartet wenn ich sie abgeholt habe und wäre nicht reingekommen, das wäre eine Selbstverständlichkeit.

- Meine Eltern lagen beide im letzten Jahr im Krankenhaus. Sie ist bei keinem Besuch mitgekommen. Ihre Antwort darauf war, das ich hätte fragen müssen.

- Ich habe ihr gesagt, das ich in meiner schweren Phase versucht habe ihr soviel Hausarbeit wie möglich abzunehmen um ihr wenigsten so zu zeigen das ich sie gern habe. Ich kriege gesagt man hätte sich ja alles geteilt.

- Ich hätte auf ihre Eltern zugehen müssen, da nur so ja das Verhältnis wieder besser werden würde. Ich habe ihr darauf gesagt, das ich - wenn ich ihre Eltern so hassen würde - ich sicher nicht mit ihrem Vater zusammen den ganzen Hof gepflastert hätte (was ich wirklich getan habe). Darauf krieg ich zu hören, das ich ja mietfrei dort gewohnt habe und das dass ja dann wohl eine Selbstverständlichkeit ist.

- Ich hätte mich in der Mittagspause nicht mehr gemeldet wie am Anfang. Das stimmt, aber sie hat das auch nicht mehr getan, aber das will sie nicht hören. Ich hätte mich melden müssen.

Egal was ich getan habe, es war nie genug. Und jetzt habe ich mich in einen Freund vewandelt (nach ihrer Aussage).

Paradox daran ist nur, das sie nach wie vor den Kontakt sucht, jedesmal weint, wenn wir auseinander gehen und jeder für sich nach hause fährt. Ihr ist es total wichtig den Kontakt nicht zu mir zu verlieren.

Jetzt frage ich mich ob ich ihr den Freundschaftskram wirklich abkaufen soll oder ob sie das nur macht, um die Entscheidung auch vor sich zu verantworten. Trifft sie diese Entscheidung nur um sich nicht gegen ihre Eltern entscheiden zu müssen? Ach ja, auf die Frage, wo denn der große Bruch zwischen ihr und ihren Eltern wäre, antwortete sie, das sie sich nur noch streiten würden. Ihr Vater würde die Wohnung ja nicht mehr betreten (davon habe ich nichts gemerkt).

Es ist alles total irrational, weil die Dinge defakto entweder total hirnrissig sind oder einfach nicht stimmen.

Und bei all dem Mist, liebe ich diese Frau immer noch abgöttisch, kann mir ein Leben ohne sie überhaupt nicht vorstellen. Bin tierisch eifersüchtig weil ich weiß, das sie so ein schmieriger Typ aus unserem Verein ständig anbaggert, auch wenn ich weiß, das sie mit dem Kerl nie was anfangen wird. Aber ich bin trotzdem eifersüchtig ohne Ende. Und wisst ihr was das Irrationalste an der ganzen Sache ist? Ich habe tierisches Heimweh. Ich will einfach nur nach Hause und nachts im Bett neben meiner Liebsten liegen.

Was soll ich tun? Soll ich ihre Entscheidung hinnehmen? Soll ich ihr das glauben oder soll ich ihr einfach nur noch zeigen, das ich sie liebe und hoffen das sie noch genauso empfindet? Auf die ganzen Diskussionen habe ich keine Lust mehr. Ich will nach vorne schauen und wenn sie merkt das sie mich doch noch liebt, ist sie vielleicht bereit mit mir nach vorne zu schauen?

Immerhin habe ich sie das letzte Jahr auch nicht gut behandelt.

Oh man, ich bin total am Ende und verzweifelt.

17.03.2014 21:22 • #11


M
Ach so, auf den Kommentar ihrer Freundin habe ich sie auch angesprochen. Diese Aussage fand sie selbst unter aller Sau und hat sich sehr darüber geärgert. So gut reflektiert hat sie wenigstens.

17.03.2014 21:26 • #12


P
Ich würde ihr gar nichts mehr zeigen. Sie scheint immer noch total uneinsichtig zu sein. Das bringt doch alles nichts.

17.03.2014 21:48 • #13


M
Aber warum liebe ich diese Frau denn immer noch abgöttisch, nach allem was passiert ist? Ich habe in den vier Wochen gemerkt wie jedes Gefühl, alles was ich jemals für sie empfunden habe wieder aus der Versenkung empor kam. Am Anfang dachte ich auch, das es evtl. nur die Gewohnheit war. Aber nein, es ist tatsächlich sie.

Man kann viel spekulieren, ich weiß, aber langsam glaube ich, das sie auch noch etwas für mich empfindet es aber aus irgendwelchen Gründe nicht zulassen kann und dann fadenscheinige Dinge vorbringt um sich nicht mit der wirklichen Problematik beschäftigen zu müssen.

Ich liege jede Nacht wie ein Baby zusammengekauert da und habe regelrächte Weinkrämpfe bis ich endlich mal einschlafe. So einen übermächtigen Liebeskummer hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht, und ich habe gescheiterte Beziehungen hinter mir.

17.03.2014 21:58 • #14


P
Warum du sie so extrem liebst, kann ich dir nicht sagen. Das musst du schon selber herausfinden. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass sie nur nach Ausreden sucht, um dem wahren Problem aus dem Weg zu gehen, aber selbst wenn es so wäre, würde dir das auch nichts bringen. Sie müsste diese Tatsache von sich aus erkennen und dann ggf. etwas dagegen tun.

Und mal unabhängig von euren Gefühlen, bleibe ich dabei, dass ich glaube, dass ihre Familie eh immer irgendwie dazwischen stehen würde.

17.03.2014 22:21 • #15


A


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