Hallo liebe Forengemeinde,
ich bin neu hier und suche auf diesem Weg Rat für meine zur Zeit (in meinen Augen) aussichtslose Lage.
Ich bin gestern von meiner Freundin nach mehr als 5 Jahren verlassen worden, sitze hier und denke an nichts Anderes als das ich derjenige war, der eine perfekte Beziehung zerstört und damit seine große Liebe verloren hat. Ich hoffe es macht sich überhaupt jemand die Mühe das alles zu lesen, aber ich bin der Meinung man muss die ganze Geschichte kennen um sich eine Meinung bilden zu können.
Ich fange einfach mal ganz von vorne an und hoffe das ich es möglichst kurz aber auch ausführlich genug in chronologische Bahnen bringen kann.
Meine Freundin (34) und ich (30) haben uns vor knapp 6 Jahren in einem VHS-Japanisch-Kurs kennengelernt. Beide steckten wir zu diesem Zeitpunkt in sehr schlecht laufenden Beziehungen und haben uns über knapp ein dreiviertel Jahr hinweg über unsere gemeinsamen Interessen näher kennengelernt. Die Basis war unsere gemeinsame Liebe zur japanischen Kultur. Später begann sie dann auch noch mit einem in meinem Leben sehr zentralen Bestandteil, dem Karate (was für mich mehr als Sport, sondern aufgrund der Philosophie usw. ein Lebensweg ist). Sehr schnell fand sie ebenso einen entsprechenden Zugang dazu und wir verstanden uns immer besser. Wir tauschten uns über unsere unglückliche Lage in den jeweiligen Beziehungen aus, suchten Rat beim anderen und kamen uns immer näher dadurch. Schlussendlich kam es dann dazu das wir uns ineinander verliebten. Wir beendeten unsere Beziehungen und wurden ein Paar.
Von Anfang an schien alles perfekt. Wir harmonierten in jeglicher Hinsicht, egal ob es Ansichten, Lebenseinstellungen oder eben auch die gemeinsamen Hobbys waren. Das Glück konnte kaum größer sein, wenn es da nicht von Beginn an einen Stolperstein gegeben hätte.
Meine (Ex)-Freundin, bzw. ihre Eltern stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien, genauer gesagt aus Serbien, sind aber bereits vor über 40 Jahren nach Deutschland gekommen. Sowohl meine (Ex)-Freundin (sorry, es fällt mir gerade sehr schwer das Wort „Ex“ zu schreiben), als auch ihr 7 Jahre älterer Bruder sind hier geboren und aufgewachsen. Nun war es so, das es von Beginn an nicht möglich war beim Anderen zu übernachten. Ich durfte weder bei ihr übernachten, noch durfte sie bei mir übernachten. Das viel mir damals schon sehr schwer, da ich mit meiner vorherigen Freundin zusammen gewohnt hatte und sie mittlerweile 30 und ich 26 war. Man fühlte sich wieder wie ein kleines Kind. Aber gut, ich ließ mich darauf ein und begann sogar in Eigenregie Serbisch zu lernen um auch vor ihr und ihren Eltern gut dazustehen und mich ein wenig reindenken zu können.
Das Ganze lief dann so ca. 1 Jahr weiter. Im Winter kam es dann zum ersten großen Eklat. Ich wohnte damals ca. 15 km von ihr entfernt auf dem Land. Es war zu der Zeit immer so, das ich am Wochenende nachts dann immer so gegen 3:00 Uhr morgens nach hause bin, da ich ja nicht dort übernachten durfte. Es war ein Samstag und glateisbedingt weigerte ich mich schließlich nach Hause zu fahren, da ich am Abend zuvor bereits einmal fast die Leitplanke geknutscht hatte. Somit übernachtete ich ganz und fuhr am nächsten Morgen nach hause. Am selben Nachmittag machten ihr ihre Eltern eine riesen Szene. Betitelten sie als *beep*, und was weiß ich alles. Es war für mich die Hölle. Aber gut, irgendwie geriet das dann in Vergessenheit und es kam dazu das ich in nächster Zeit hin und wieder bei ihr übernachtete. Es spielte sich ein. Irgendwann, nach knapp einem Jahr wurde es mir zu viel und auch das Thema „Zusammenziehen“ kam auf den Tisch. Sie sagte mir, das sie dies nicht ohne Verlobung tun wird. Ich, total verliebt und eigentlich geistig auch schon soweit das ich mir sagte „Warum eigentlich nicht“. Es passte ja alles. Also fragte ich sie an Weihnachten ob sie mich heiraten möchte. Das tat ich mit ihr allein und wir sagten es dann ihren Eltern und meinen. Am Abend wurde ich bei ihren Eltern in der Familie willkommen geheißen, abgeknutscht usw. usw.
Ich übernachtete dann auch und am nächsten Morgen kam dann der Hammer. Sie wurde von ihren Eltern in die Küche bestellt und dann ging das Theater los. Das gehe so nicht, wie ich angezogen gewesen sei, es hätte kein Foto gegeben, es hätte kein Essen gegeben usw. usw. Dieser für mich wichtige Schritt wurde in den Dreck gezogen und sie setzte ihren Eltern nicht wirklich etwas entgegen. Man muss dazu sagen, in meiner Familie und meinem Freundeskreis gilt Verlobung als völlig unüblich. Ich kannte zu der Zeit niemanden der das gemacht hat und habe es somit nach Bestem Wissen und Gewissen durchgezogen wie ich es für richtig hielt. Es ging mir um meine große Liebe.
Ok, lange Rede kurzer Sinn, wir sind dann zusammengezogen. Man muss nun dazu sagen, das sie vor knapp 10 Jahren mit ihren Eltern zusammen ein Haus gebaut hatte und sich dabei komplett überschuldet hatte. Ihre Eltern wohnen im ersten Stock, wir im Erdgeschoss. Ihr Vater (zur Zeit des Hausbaus bereits 54 Jahre alt) arbeitet seitdem in zwei Jobs (einmal im Schichtbetrieb im Reifenbau und dann nochmal im Landschafts- und Gartenbau). Das zieht er bis heute so durch (er wird dieses Jahr 63). Der Abtrag beläuft sich glaube ich auf knapp 2000 EUR im Monat. Meine Ex arbeitet in einer Apotheke, verdient knapp 1500 EUR und zahlt selbst auch knapp 950 EUR Abtrag. Und dabei reden wir noch von keinen Steuern usw. Ihr Bruder hat schräg gegenüber auch gebaut und lebt dort aber auch allein, da die Eltern ihm seinen bisherigen Freundinnen immer vergrault hatten.
Gut, ich bin dann eingezogen und im Frühjahr ging es dann los. Wir kamen vom Einkaufen wieder und ihre Eltern riefen sie zu sich. Dann kam das Ultimatum. Entweder sie oder ich. Dann ging es erst richtig los. Es wurden Briefe geschrieben. Ich wurde als hässlich, als Versager, als sonst was betitelt. Ich sei nicht gut genug für ihre Tochter und und und. Das Ganze ging ca. 2 Wochen. Meine Ex ging dann eines Abends nach oben und sagte ganz klar das sie mich zu akzeptieren haben und sie sonst ausziehen werde. Daraufhin war dann Ruhe. Man wurde am nächsten Tag zum Essen nach oben eingeladen. Aber eine Entschuldigung erhielt ich nie. Es wurde einfach nicht mehr darüber gesprochen.
Ich muss an dieser Stelle sagen, das mir das einfach einen riesengroßen Knacks versetzt hat. Seitdem bin ich jeden Abend mit Bauchschmerzen nach hause gefahren. Ich habe mich dort nie wohl gefühlt. Bevor meine Freundin auf den Tisch gehauen hatte, war es auch so, das ihre Eltern einfach immer ungefragt in unsere Wohnung kamen, egal ob wir da waren oder nicht. Danach wurde zumindest geklingelt. Es war aber immer so, das jeden Tag irgendetwas war. Ständig rief ihre Mutter an, kam runter, usw. (ihre Mutter ist psychisch sehr labil, verkriecht sich zuhause und wird immer sofort sterbenskrank wenn etwas schief liegt). Das war zum Teil so extrem das man gerade 3 Minuten zur Tür drinnen war und schon klingelt das Telefon und das dann teilweise auch im Halbstundentakt. Sie ging immer wieder ungefragt in die Wohnung, putzte dort, räumte auf usw. Die Maßnahme den Schlüssel abzuziehen haben wir leider nie durchgehalten, bzw. ich hatte es vergessen, stand dann vor verschlossenen Türen als ich nach hause kam, musste mir dann wieder nen Schlüssel organisieren usw. Das passierte dann zweimal und dann war er halt wieder dran. Fragt mich nicht warum wir nicht auf die Idee kamen einen Zweitschlüssel anfertigen zu lassen. Wir haben da irgendwie nicht dran gedacht, bzw. meine Ex schon, hat aber nach gestriger Aussage erwartet das ich das tue und sage. Das war alles auch dahingehend problematisch das unser Paarleben sehr darunter litt. S. ging nur abends ganz spät oder morgens ganz früh. Spontane Lust war nicht möglich. Und dann ging es auch nur ganz leise, damit ja keiner was hört. Die Abstände zwischen den einzelnen Akten wurde dadurch immer größer. 1 bis 2 mal im Monat war die Regel. Gestern wurde dann gesagt, das dies ja mit einem abgezogenen Schlüssel immer möglich gewesen wäre, ich die Initiative aber nie ergriffen hätte.
Der nächste Punkt war, das immer wenn etwas draußen zu tun gewesen war, man zwei Minuten vorher ankam und verlangte sofort alles stehen und liegen zu lassen um zu helfen. Egal an welchem Wochentag. Meine Partnerin tat dies auch immer bereitwillig. Das mich das alles störte wurde nie für Ernst genommen.
Der Gipfel war dann der erste Sommer, also direkt nach der Eskalation im Frühjahr. Wir hatten das erste Mal in unserer Beziehung gemeinsam 2 Wochen Urlaub. Meine Freundin zog es allerdings vor mit ihren Eltern für drei Wochen nach Serbien zu fahren und ich blieb allein im verhassten Haus zurück. Mit konnte ich nicht, da ich wieder arbeiten musste und die Rückfahrt nicht organisierbar gewesen wäre. Und sicherlich war von meiner Seite auch Angst vor der unbekannten Situation dabei. Wir haben uns während dieser drei Wochen viel per SMS und Telefon gestritten, eine hohe Telefonrechnung produziert usw. Problematisch dabei war, das wir dann aufgrund von Jobwechseln usw. tatsächlich die nächsten drei Jahre keinen Urlaub mehr zusammen hatten. Jeder konnte nur für sich nehmen. Die Zweisamkeit war dahin.
Gut, so ging das dann immer weiter. Man muss dazu sagen, ich bin sicherlich auch kein einfacher Mensch. Ich hatte anfangs noch studiert, danach Probleme anständige Arbeit zu kriegen und bin selbst auch noch psychosomatisch veranlagt, so das ich ständig dann von irgendwelchen Leiden geplagt war, bei denen sie mir beistehen musste. Ich befand und befinde mich zwar in therapeutischer Behandlung deswegen, aber es gab trotzdem zu hause immer viel abzufedern. Irgendwann kamen dann noch Depressionen dazu, die wohl durch eine unerkannte Schilddrüsenunterfunktion ausgelöst wurden. Seit ich Hormone nehme (seit knapp zwei Jahren), ist das zumindest fast gänzlich verschwunden. Ich will damit sagen, das ich ganz oft mit mir selbst beschäftigt war, keine Lust hatte etwas zu unternehmen (wobei sie auch nie die Person war, die ständig auf die Piste wollte und musste).
Jedes Jahr im Sommer kam dann das Thema Hochzeit und Kinder wieder auf. Klar, sie ist vier Jahre älter als ich und die Uhr tickte. Ich konnte aufgrund meines Unwohlseins nie Stellung dazu beziehen. War nie in der Lage den Schritt zu gehen und auch finanziell war das kaum zu stemmen, da wir beide kein Geld hatten. Natürlich war auch die Tatsache das ich mich in diesem Haus nie wohl fühlte ein Grund. Dazu sagte sie aber immer nur, das sie das Haus nicht aufgeben wird und ich doch mal auf ihre Eltern zugehen solle um das Problem zu lösen. Hinzu kam, das für sie nur ein fester Ablauf in Frage kommt. Erst standesamtlich, dann kirchlich, dann eine Feier hier und eine Feier in Serbien. Und danach dann Kinder. Ich selbst habe mit der Kirche nichts am Hut und wollte dann einfach das wir einen Kompromiss finden. Und das natürlich auch finanziell (der Abtrag musste bezahlt, eine neues Auto musste her da das alte schon auseinander viel, ich musste Bafög zurückbezahlen. Da blieb nicht viel übrig). Egal welche Kombination ich vorschlug, ohne Kirche, mit Kirche ohne zweite Feier, nichts war richtig, auf nichts ließ sie sich ein. Und so schob man das Thema weiter vor sich hin.
Wir verstanden uns trotzdem weiterhin sehr gut. Bauten gemeinsam eine eigene Abteilung in unseren Verein auf, frönten unserem Hobby, das ihr mittlerweile genauso wichtig war wie mir und alles lief prächtig. Die Jahre 2012 und 2013 waren dann aber wohl bezeichnend. Ich hatte in beiden Jahren diesmal wirklich gesundheitliche Probleme. Zuerst ständige Zahnschmerzen bis hin zu einer langwierigen Wurzelbehandlung die sich fast ein Jahr hinzog (ja, so etwas gibt es tatsächlich wenn mehrere Zähne betroffen sind) und danach kamen gleich Hämorrhoiden die extrem schmerzhaft waren und über längere Zeit behandelt wurden. Sowohl die Situation im Haus, als auch meine Gesundheit führten dazu, das ich mich immer mehr in mich zurückzog. S. hatten wir das letzte Mal im Dezember 2012. Meine Lust war gänzlich weg. Sie erzählte mir, sie hätte sich im Sommer 2013 sehr um mich bemüht, hätte sich aufreizend angezogen usw. um mich aus der Reserve locken. Hat mich aber nie direkt angesprochen. Ich habe ihr immer weniger gezeigt wie sehr ich sie liebe, heißt ich habe sie draußen nicht an der Hand genommen, sie nicht umarmt, das hat sich fast alles nur noch zuhause abgespielt, bis es dort auch immer weniger wurde.
Im Sommer 2013 kam es dann vor unserem ersten gemeinsamen Urlaub seit drei Jahren wieder zu einer Auseinandersetzung beim Thema Hochzeit. Wir planten dann endlich mal in den Urlaub zu fahren (wir waren dann 5 Tage in Paris) und ich sagte das wir danach darüber sprechen werden. Dann kam mein Job dazwischen wo es extrem schlecht lief. Im und nach dem Urlaub hatte ich allerdings das Gefühl das es beziehungstechnisch bergauf ging. Der Urlaub nur mit ihr hatte mir wieder viel Kraft gegeben. Ich hatte wieder Lust sie zu berühren, ihr nah zu sein. Es ging allerdings nur sehr langsam voran, da ich aufgrund der vorherrschenden Distanz zueinander sehr unsicher war, aber ich hatte auch das Gefühl das sie auch wieder mehr will. Sie hatte sich zum Schluss fast nur noch vor den PC zurückgezogen. Nach dem Urlaub kam sie dann auch wieder zu mir auf die Couch und ich hatte wirklich das Gefühl es wird besser. Im November dann die Ernüchterung. Sie fragte mich, das ich nach dem Urlaub über Hochzeit sprechen wollte und dies nicht getan hätte. Ich sagte ihr das dies stimmt und mir das auch sehr leid tut, aber ich aufgrund der für mich neuen Fortschritte noch etwas warten wollte und das Thema eigentlich um Weihnachten herum anschneiden wollte (und das wollte ich wirklich. Die Pläne standen schon fest, mit Essen gehen usw.). Sie sagte dann nur das sie nicht mehr könne. Das es immer schlimmer werden würde und sie keine Gefühle mehr für mich habe. Ich sei nur noch ein Freund für sie. Ich viel aus allen Wolken, da ich für mich dachte, das es langsam wieder bergauf ging. Sie hatte zu der Zeit schon mit einem waren Kaufwahn angefangen und war 2000 EUR in den Miesen um ihren Frust zu überdecken (das viel mir aber erst wirklich auf, als sie es sagte, da sie immer schon relativ häufig etwas bestellte. Mir viel nicht auf das es mehr war als sonst). Sie wollte die Beziehung beenden und ich hätte mich doch mehr bemühen müssen um sie um uns usw. Es endete damit das sie mir noch eine Chance gab, was zurückblickend betrachten einem: „Du bist an allem Schuld und du musst mich jetzt wieder zurückerobern“ gleich kam.
Ich begann dann auch um sie zu kämpfen. Nahm sie wieder bei der Hand, umarmte sie wieder. Dachte mir Strategien aus sie wieder zu verführen. Habe mit ihr einen Tanzkurs angefangen, was sie schon ewig wollte, zu dem ich immer sagte, das es mir zu viel sei aufgrund unseres anderen sehr zeitintensiven Hobbys.
An Weihnachten kam dann der nächste Supergau. Ich hatte die Woche vor Weihnachten schon Urlaub, dekorierte die Wohnung und war gerade am Plätzchen backen, als es an der Tür klingelte. Ihr Vater stand vor der Tür und sagte er müsse mal mit mir reden. Ich wusste schon was kommt. Er fragte was denn nun mit Heiraten sei. Er würde bald sterben und er wolle noch Enkelkinder haben. Er hätte auch seinem Sohn schon die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt, das er langsam in die Pötte kommen müsste, sonst werde er ihm nicht mehr helfen (er pflegt quasi beide Grundstücke, weil ihm sein Sohn Geld geliehen hat). Ich war ehrlich und sagte das es im Moment Probleme gäbe und wir das erste klären müssten (rückblickend betrachtet hätte ich garnichts sagen müssen). Er sagte dann das wir reden sollten und er an Silvester eine Antwort haben möchte. Ich kontaktierte dann sofort meine Freundin erzählte ihr alles. Wir waren uns einig das wir das jetzt sicherlich nicht überstürzen werden. Ich fragte sie am Abend dann wie sie das nun klarstellen wolle. Sie sagte nur, das sie gar nichts dazu sagen wird und sicherlich keinen Streit deswegen anfangen wird. Weihnachten war für mich dann die Hölle. Ich fühlte immer das Damoklesschwert des Ultimatums über mir. Zog mich immer weiter zurück. Im Januar kam er dann irgendwann und redete mit ihr darüber. Aber eben auf Serbisch in der Küche ohne mich. Sie sagte ihm wohl das er sich da raus halten sollte, berichtet hinterher aber nicht was gesprochen wurde (ok, ich hatte auch nicht gefragt). Es ging dann jedenfalls so weiter. Ich fühlte mich immer unwohler, hatte im Kopf so dämliche Gedanken vom Alleinsein und wie schön das doch wäre usw. und glaube damit die Beziehung weiter sabotiert zu haben. Rückblickend auch da ich irgendwie immer Angst hatte, was passiert wenn sie mich wieder liebt und dann sofort das Thema Hochzeit wieder aufkäme. Vor zwei Wochen eskalierte es dann wieder. Sie sagte das sie nicht mehr könne, sie mich nicht mehr lieben würde und die Beziehung beenden wolle. Wir einigen uns dann erst mal auf eine zweiwöchige Auszeit die ich bei meinem Vater und Bruder verbrachte. Ich habe mir in dieser Zeit viele Gedanken gemacht und konnte die Problematik für mich zumindest eingrenzen und habe ihr das gestern beim verabredeten Gespräch alles wie folgt mitgeteilt:
1) Ich habe das Gefühl sie hat nie hinter mir gestanden.
Ich habe ihr immer sagt, das ich mich nicht wohl fühle. Ich verstehe das sie das Haus nicht aufgeben wird, aber sie hatte auch nie gefragt wie sie mir dabei helfen könnte das es mir besser geht. Ich durfte nie entscheiden wann ich mal die Tür aufmache oder wann ich ans Telefon gehe. Sie verlangte immer von mir sofort zu springen wenn ihre Eltern an der Tür oder dem Telefon waren. Zum Beispiel war ich Sonntags im Schlafanzug im Wohnzimmer und telefonierte mit meinem Vater. Ihr Vater klingelt und ich machte nicht auf. A weil ich im Schlafanzug war und B weil ich gerade telefonierte. Das hat sie überhaupt nicht akzeptiert, ich hätte ihren Eltern die Tür aufzumachen. Wo wäre denn das Problem? Dazu kamen dann eben noch die Sachen mit dem unter Druck setzen bzgl. Hochzeit und Kinder usw.
Sie nahm das alles in Schutz. Ich würde schließlich in dem Haus wohnen und wenn wir verheiratet wären, wäre das auch auch meine Familie und ich hätte mich anzupassen. Ihr Vater würde schwer für die zwei Häuser arbeiten und sie müsse ihn unterstützen, egal wann und egal wie. Dazu kam, das sie nicht akzeptierte das es mich stört, das sie mit ihren Eltern in meiner Gegenwart zu 95% Serbisch spricht, auch wenn ich kaum etwas davon verstehe. Das sei einfach so und das sei Gewohnheit und das könne man nicht so leicht abstellen.
2) Wir hatten nie ein Paarleben
Egal ob Intimität, egal S., usw. Wir hatte nie unsere Ruhe. Ständig klingelte es an der Tür am Telefon usw. Wenn ihre Eltern riefen mussten wir springen und das sofort. Sie zog sich immer aus Paarritualen raus. Ich liebe es z. B. Sonntags morgens gemeinsam zu frühstücken. Sie war Frühstücken nicht gewohnt und ich saß alleine in der Küche. Das es mir um das Zusammensitzen und reden ging, hat sie nie verstanden. Sie grenzte mich regelmäßig aus. Wenn sie Probleme hatte und ich fragte, bekam ich immer nur zur Antwort: „Jetzt nicht, frag mich in 10 – 15 Minuten nochmal“. Irgendwann habe ich dann nicht mehr gefragt. Habe ihr aber immer zugehört wenn sie erzählt hat, egal ob Arbeit oder zu hause.
Sie nahm das wieder alles in Schutz. Sie hätte mir ihren Eltern gebrochen wegen mir. Es wäre eine riesige Kluft entstanden (Außer das sie jetzt klingeln bevor sie reinkommen, hat sich meiner Ansicht nach nichts geändert) und deshalb wird sie das wenige was noch blieb so weiter führen. Ihre Mutter sei krank und nicht in Behandlung, sie müsste sich um sie kümmern. Und außerdem würde ich mir ihre Probleme nie anhören (stimmt, irgendwann hab ich nach der ersten Abfuhr kein zweites Mal mehr gefragt).
3) Äußerlichkeiten waren ihr immer wichtiger als ich
Die Hochzeit, die Verlobung usw. das musste alles einem bestimmten Muster folgen. Die in ihren Augen misslungene Verlobung hielt sie mir wieder vor. Nachdem ich ihr sagte das ich nicht wusste wie und es einfach so gemacht habe, wie ich dachte das es richtig sei, entgegnete sie mir „Sonst würde ich auch alles googlen, und da hätte ich das da auch mal machen können“.
So, das Ende vom Lied. Sie sagte mir gestern sie habe sich die zwei Wochen Gedanken gemacht und erkannt das sie mich nur als Freund und nicht als Partner vermisst. Sie würde mich nicht mehr lieben und werde die Beziehung nicht weiter führen. Sie habe auch mit ihrer besten Freundin darüber gesprochen und die habe ihr auch gesagt, das wir nicht zusammen passen würden und sie die erste wäre die bei der Hochzeit aufspringen und Einspruch erheben würde. Des Weiteren kam sie nun mit der Kulturschiene. In ihrer Kultur sei das alles eben nicht so. Das wäre auch meine Familie gewesen und ich hätte mich anpassen müssen, das wären dann auch meine Eltern gewesen. Die ganzen Jahre davor hat sie immer gesagt, sie sei hier geboren und sei Deutsche und hätte mit der serbischen Kultur nicht viel am Hut.
Ich habe in den zwei Wochen gemerkt wie meine ganzen Gefühle, der Wunsch ihr zur zeigen wie sehr ich sie liebe, sie zu umarmen, zu küssen usw. nach und nach wieder kam und immer stärker wurde nachdem ich aus dem Umfeld draußen war. Mir wurde klar, es war das Umfeld was mich blockiert hat.
Nun sitze ich jedoch hier und denke mir das ich alles kaputt gemacht habe. Waren das einfach nur Lapalien über die ich hätte hinwegsehen müssen? War ich einfach nur zu stur, habe ich ihr nicht gezeigt wie sehr ich sie liebe? Habe ich sie einfach nur wie Dreck behandelt und habe es mir selbst zuzuschreiben? War das am Ende alles nicht so schlimm und ich hab mich einfach nur ignorant und wie ein Schwein benommen?
Sie war alles was ich immer wollte. Sie teilte meine Interessen, wir tickten immer gleich, teilten alles miteinander. Und nun soll das alles vorbei sein? Ich kann einfach nicht mehr. Ich überlege ständig wie ich sie zurückgewinnen kann. Habe nun Angst vor unseren Freunden und Bekannten als Versager dazustehen und habe Angst davor was mit unserer gemeinsamen Leidenschaft passiert, unserer Abteilung die wir zusammen aufgebaut haben und leiten und wo wir uns jede Woche mindestens zweimal immer sehen werden da sie meine Co-Trainerin ist und ich sie auch brauche und es im Training mit uns immer super funktionierte. Dort war es sogar noch schön als zuhause alles schief lief.
Was soll ich nur tun? Wenn ich daran denke, das ich am Samstag meine Sachen aus unserer Wohnung holen muss könnte ich schon wieder durchdrehen. Ich sitze nur noch hier und heule und frage mich was ich falsch gemacht habe. Habt ihr einen Rat für mich?
Viele Grüße
Mathias
03.03.2014 16:37 •
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