Liebe Falling Butterfly,
ich habe jetzt auch mal Deine ganzen Themen quergelesen.
Du wirst hier von allen sehr bestärkt in Deinem Denken und in Deinem Verhalten und ich hab lange überlegt ob ich Dir tatsächlich meine kritische Meinung zu Deinem ganzen Beziehungchaos antun sollte.
Ich hab mich dafür entschieden und versuchs mal ganz vorsichtig, okay?
Du wirkst auf mich so als hättest Du innerhalb Deiner Beziehungen immer ein sehr festgelegtes Muster im Kopf wie sich Dein Partner zu verhalten hat.
Du lässt ihm sehr wenig Spielraum für sich selbst und rechtfertigst das damit, das Du eben gewisse Verhaltensweisen nicht erträgst.
Das können sogar normale Kleinigkeiten sein die, neutral betrachtet, maximal unnötig oder nervig sind und bei weniger empfindlichen Menschen nur einen leichten Anflug von Verärgerung auslösen würden, bei Dir aber zum großen Drama mutieren.
Du verhältst Dich in Deinen Beziehungen so wie Du es in Deiner Signatur schreibst, Du siehst schwarz oder weiß und nichts dazwischen.
Es gibt für Dich nur
Allesgut und das ist der Fall wenn Dein Partner genauso agiert wie Du es wünschst.
Oder
allestotalerMist.
Und das passiert schon wenn er aus Deinem Kopfplan wie es zu laufen hat ein kleines Stückchen hinaus tritt.
Dann folgt auf dem Fuß ein riesen Theater deinerseits, das erst dann ein Ende nimmt wenn Dein Partner Schuld eingesteht, ordentlich zu Kreuze kriecht, Dich 10 mal hinten rumhebt und bestenfalls sogar noch heulend zusammenbricht, aus Angst Du würdest ihm nicht verzeihen.
Du hast sowas hier selbst mal beschrieben, das Du gut findest wenn Dein Partner emotional zusammenbricht,
Zitat:Es mag sich vielleicht komisch anhören, aber ich freue mich darüber, dass es ihn dann genauso extrem mitnimmt wie mich. Er sieht immer voll fertig aus, weint sogar. Er gibt mir das Gefühl, dass es ihm eben nicht schei. ist was zwischen uns passiert in dem Moment.
Ich nehme an weil Dir das, wenns passiert, die Sicherheit vermittelt die Du brauchst um Dein, lass es mich mal flapsig Gezicke nennen, noch etwas fortzusetzen und alles rauszulassen was in dem Moment in Dir wütet, um danach dann gnädigst einzulenken.
Alles was nicht nach diesem Muster abläuft,
völlige Harmonie weil es einfach scheinbar wie von selbst passt oder aber Dein Partner sich
anpasst und
Drama während dessen Verlauf sich die Rollen umkehren und Du letztlich oben auf bist und er am Boden kriecht
ist für Dich Grund alles (mal wieder) anzuzweifeln.
Und dann holst Du, sinnbildlich, die Pistole raus und setzt sie ihm auf die Brust.
Ich verstehe schon das Du, Du erwähntest ja oft Du hast ne Borderline Problematik, nicht anders handeln kannst.
Ich finde aber es bringt Dich auch nicht weiter wenn man Dich immer nur darin bestärkt Dich zu schützen und auf Dich zu schauen und Deine Bedürfnisse zu pflegen.
Denn in einer Beziehung sind es nun mal zwei Personen.
Das hier hattest Du auch mal geschrieben:
Zitat:Trotz allem hab ich das Gefühl, dass alles viel schlimmer geworden ist seitdem. Ich nehme mittlerweile Dinge viel zu schnell ernst und bekomme total schnell einen Nervenzusammenbruch, wenn ich mit ihm über Gewisse Themen rede.
Schau doch mal ganz kurz weg von Dir und hin zum Partner, als Gegenüber von Dir in solchen Momenten.
Wenns ein emotional stabiler, vernünftig denkender Mann ohne große Probleme mit sich selbst ist wird er das alles Anfangs recht ruhig und geduldig handeln. Was Dir nicht genug Input geben würde und Dir nicht genug Beweis wäre das er Dich liebt, zumal er sicher nicht sehr weit von seinem Standpunkt abweichen würde.
Seine Gelassenheit wäre für Dich Desinteresse, weitere Dramen würden folgen um Auf biegen und Brechen für Dich fühlbares Interesse heraus zu zwingen - und irgendwann würde er das wohl nicht mehr mitmachen und aufgeben.
Ich könnte ihn verstehen, wer will schon um kleinste Freiheiten kämpfen, jeden Mensch mit dem er Kontakt hat erklären und jede Freizeitaktivität rechtfertigen müssen. Du interpretierst ja sogar Gesichtsausdrücke und nimmst sie zum Anlass eines Dramas.
Das Gegenstück dazu, und das war so wie Du es geschildert hast Dein aktueller Exfreund, wäre der Dramaking.
Der mit Dir zusammen in Deiner emotionalen Achterbahn Fahrt um Fahrt macht.
So jemand hat in der Regel allerdings auch ne eigene Problematik. Die auf Dich erstmal unglaublich verbindend wirkt weil er Dich versteht und nachfühlen kann was in Dir vorgeht.
Der Haken dabei ist, er kann seine Problematik nicht eben mal in den Schrank packen wenn Deine Problematik volle Aufmerksamkeit braucht.
Das er das nicht tut macht ihn in Deinen Augen dann ZACK, zum Egomanen.
Das ist wie wenn einer beim Shoppen die 15 Einkaufstüten seiner Freundin schleppt und wenn er die 16. nicht mehr tragen kann ein ay, Du denkst nur an Dich an den Kopf geknallt bekommt.
Es ist ungerecht!
Ich will Dir nicht auf den Schlips treten aber ich könnt mir vorstellen das Du als Partnerin sehr anstrengend bist.
Nicht zuletzt deshalb weil jede Stimmung sofort kippen kann.
Und zwar Kleinigkeiten ausreichen damit es dazu kommt, es aber großer Action bedarf damit es wieder okay wird.
Welcher Partner kann das immer leisten, FB?
Keiner!
Und zwar nicht weil er Dich nicht liebt, Du nicht wichtig genug bist oder er ein Egomane ist - sondern einfach weil es auf Dauer müde macht, zermürbt und man, als Partner, eben auch eine Grenze erreicht.
Ich weiß das Du ihn Dir jetzt schwarz pinseln musst, für Dich.
Für jemand der Zwischentöne sehen kann ist er grau. Ein ganz normaler Mensch mit Stärken und Schwächen, Fehlern und tollen Eigenschaften.
Immer weiß sein schafft keiner, Butterfly. Und Du wirst damit es zu erwarten jeden zukünftigen Partner auf Dauer überfordern.
LG
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