Ja, ich verstehe sehr gut was du meinst. Aber du solltest aufpassen, dass deine positiven Gedanken an ihn, deinen Realismus nicht trüben und täuschen.
Wie gesagt, wenn er wirklich etwas tut und es besser wird, bin ich nicht dagegen, ihm eine zweite Chance zu geben. Aber ich finde es wichtig, dass ER sich zuerst bewegt, bevor du zu ihm zurück gehst. Überstürze nichts. Ich würde erst mal eine Zeit lang abwarten.
Natürlich ist es schlimm, dass es ihm so schlecht ging und es tut mir auch sehr leid für ihn. Aber es hätte trotzdem nicht soweit kommen dürfen. Wie du auch schon sagtest, hätte es sicher andere Möglichkeiten für ihn gegeben und dies lag ganz klar in seiner Verantwortung.
Es ist immer schwer sich zu trennen wenn man noch Gefühle hat. Aber manchmal ist es trotzdem richtig so. Gefühle allein reichen eben auch nicht immer aus. Es spielen ja auch realistische Faktoren eine Rolle.
Ich finde die Trennung in deiner Situation auf jeden Fall richtig. Selbst wenn du ihn zurück nehmen solltest, hast du ihn vielleicht damit ein wenig wach gerüttelt.
Frauen die z.B. regelmäßig Gewalt von ihren Männern erfahren, stecken ja auch meist eher in einer Abhängigkeit. Klar lieben sie ihren Mann auch, aber man fragt sich halt schnell, wofür?! Dafür, dass er ihnen Schmerzen zufügt? Es ist für Außenstehende halt schwer zu verstehen, dass man sich sowas gefallen lässt und keine Trennung herbeiführt.
Ist halt eine schwere Situation. Die Gründe warum diese Frauen bei ihren Männern bleiben, sind vielfältig. Sie reichen von Angst über Gewohnheit bis hin zu angeblicher Liebe, was in dem Fall wohl eher Abhängigkeit ist.
Ich weiß halt nicht, ob diese Frauen ihre Gefühle richtig deuten oder eher an einer Art Realitätsverlust leiden. Man kann sich ja auch alles schön reden. Machen doch eigentlich auch alle Co-Abhängigen so. Alle reden sich die Realität so, wie sie sie gerade brauchen. Hauptsache sie schützten sich selbst und den Anderen und können das Problem leugnen und unter den Teppich kehren. Es zuzugeben wäre ja auch mit Scham verbunden und die vermeidet man eben gerne.
Das ist jetzt übrigens keine Anspielung auf dich, aber ich möchte dich zum Nachdenken anregen.
Ich meine, versuch dir beide Seiten vorzustellen. Stell dir neben dem Szenario, dass alles gut- und er ein lieber Mensch ist auch die andere Seite vor. Was wäre wenn er dir alles mögliche verspricht, dann aber doch weiter konsumiert und weiter solche Anfälle hat in denen er dich schlimmstenfalls angeht.
Könntest und wolltest du damit leben?
Die Hauptfrage ist ja derzeit auch, ob du ihm überhaupt noch vertrauen kannst.
Ich geh mal davon aus, dass es am Wollen nicht scheitern würde.
Versuch ehrlich zu dir selbst zu sein. Dass du ihn vermisst, finde ich normal! Die Frage ist: Reicht das?