Hallo Piix,
die Fragen, die du stellst, habe ich mir auch schon selbst gestellt. Als sie im August 2014 wieder vor meiner Tür stand, sagte sie dass ihre jetzige Beziehung nicht läuft und sie nicht so weitermachen kann. Ich sagte, ich kann ihr als von ihr getrennter Ehemann gern einen Ratschlag geben, aber letztendlich muss sie entscheiden was sie macht. Ob sie wegen mir zurückgekommen ist, kann nicht mal sie genau sagen. Heute sagt sie, es war ein Fehler zurückgekehrt zu sein. Das schmerzt mich natürlich auch sehr. Auf jeden Fall waren wir ab September 2014 wieder zusammen. Ein schönes Gefühl. Ich fühlte mich gut bei und mit ihr. Hatte bei ihr aber auch denselben Eindruck. Wir haben geredet, viele Aktivitäten unternommen und versucht Dinge aus der Vergangenheit (vor der ersten Trennung) anders / besser zu machen.
Ende August 2015 ändert sich etwas. Sie begab sich in Therapie. Erfuhr ich aber erst später und auch den Grund dafür. Wir haben keine Kinder und sie (kurz vor 42) hatte jetzt den Kinderwunsch. Wir begannen über das Thema zu diskutieren, uns Gedanken zu machen, auch zu streiten und weitere Facetten. Ich (jetzt 50 Jahre) hatte immer Kinder ausgeschlossen, sie sich mir sozusagen angeschlossen. Auch vor 5 - 10 Jahren waren Kinder bei ihr noch kein Thema. Sie hatte andere Ideen im Kopf. Aber heute vermute ich mal, dass sie ihren Wunsch vor 5 - 10 Jahren auch schon hatte, aber nicht aussprach. Da sich das Leben mit einem Kind um 180 Grad ändert, machten wir uns in unserem fortgeschrittenen Alter jetzt mehr Gedanken. Ich mehr als sie. Da ich sie sehr doll lieb hatte, sie nicht verlieren wollte, änderte ich meine Einstellung zu einem Kind und war auch bereit dazu.
Sorge machte mir die getrennte Wohnsituation. Wir wohnen ca. 25-30 km auseinander. Wenn man eine Familie gründen möchte, sollte man m.E. zusammenwohnen. Wir begannen also eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Sie machte sogar mit. Sagte aber zwischendurch auch immer wieder, dass ich die Kinderfrage durch die Wohnungssuche rauszögern will. Termine selbst gesuchter Wohnungsbesichtigungen sagte sie ab und schrieb, dass sie gern in ihrer Wohnung wohnen bleiben möchte und auch aus ihrem Ort nicht wegziehen will. Also schied ein Zusammenziehen vorerst aus, da beide Wohnungen für zwei knapp, aber für eine Familie nicht geeignet sind. Ich schlug vor, dass ich in eine eigene Wohnung in ihrer Nähe ziehen könnte, damit wir dann wenn ein Kind da sein sollte, nicht weit voneinander weg wohnen. Darauf ging sie wieder ein. Ich bin ihr in vielen Punkten entgegengekommen. Aber sie war enttäuscht, dass ich nicht sofort ja zu einem Kind gesagt hatte. Im Freundeskreis hatten alle angenommen, dass meine Frau mit dem Thema abgeschlossen hatte. Aber dem war wohl nicht so. Dazu kommen vermutlich noch unverarbeitete Punkte aus unserer Ehe vor der ersten Trennung und andere Punkte, die sie tief im innersten beschäftigten. Ich denke mal, dass sie da viel mit dem Therapeuten aufgearbeitet hat und für sich die Entscheidung Trennung beschlossen hat. Dabei hatte sie Mitte November kurz vor der Trennung mir noch geschrieben, dass sie mich ganz doll und sogar bedingungslos liebt. Heute weine ich, wenn ich das lese oder daran denke.
Eine Woche nach der Trennung hatten wir noch ein Gespräch wo sie sagte, dass sie die Beziehung nicht mehr aufnehmen möchte. Wir haben an diesem Abend viel gelacht und geweint. Sie sagt die Beziehung war ihr viel wert und wenn man nicht trauert, dann war sie es eben nicht. Seit der Trennung fühle ich mich viel schlechter. Habe die Liebe meines Lebens verloren. Ich habe starke Bauchschmerzen, schlafen ist kaum und manche Tage kannst du wegwerfen. Ich fühle mich heute viel schlechter als zu den Zeitpunkten, wo ich über die Kinderfrage nachdachte. Dies habe ich ihr auch noch in einem dreiseitigen Brief mitgeteilt, den ich auch an sie geschickt hatte. Sie ist bisher aber nicht auf den Inhalt eingegangen. Also deshalb denke ich, kommt sie nicht mehr zurück. Ich vermisse sie sehr. Wir haben Kontakt über Whatsapp und gelegentlich e-Mail. Zuletzt gesehen haben wir uns an Heiligabend bei ihrer Schwester, von deren Sohn ich der Patenonkel bin. Sie hat auch nachher geschrieben, dass sie es schön fand, mich zu sehen. Bewerte ich aber nicht so hoch.
Auch wenn es rein hypothetisch ist, weiß ich nicht, was ich tun würde, wenn sie morgen zurückkäme. Ich müsste einige Tage darüber nachdenken, denn ich wurde bereits zweimal von ihr verlassen und ein drittes Mal möchte ich das nicht erleben.
Was kann ich jetzt tun? 20 Jahre Beziehung muss man erstmal verarbeiten. Ich bin völlig down, weiß aber auch, dass es kein zurück mehr gibt. Kann mir nach der zweiten Trennung keinen Vorwurf machen. Was mich belastet ist, ob, wenn ich sofort ja zu einem Kind gesagt hätte, wir heute noch zusammen wären. Auch weiß ich nicht, ob die Beziehung weitergegangen wäre, wenn wir in der kurzen Zeit des Probierens (1-2 Jahre) kein Kind bekommen hätten. Wir hätten unser gemeinsames Ziel nicht erreicht. Vor allem meine Frau nicht. Aber da wird es keine Antworten mehr zu geben. Ich kann und muss weiterleben, aber ich leide so, weil ich sie noch so lieb habe und das allein sein schon teilweise sehr belastend ist. Was kann ich tun, damit es mir bald (wann immer das ist) wieder besser geht? Es ist alles so besch..., da die Beziehung in 2015 so gut war.
Liebe Grüße
Ingo
27.12.2015 18:32 •
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