Liebe Lillyyy, vielen Dank für Dein Feedback.
Wäre es nur Sympathie gewesen, würde ich jetzt .. nach so vielen Wochen.. nicht hier schreiben.
Nein, es war schon eine sehr tiefgehende Liebesgeschichte.
Luftig meinte ich ausschließlich im Sinne von Zeit, die eben nur begrenzt möglich war. Wir waren also nie in Gefahr, dauerhaft aufeinander zu kleben.
Natürlich gab es auch mal Zeiten, in denen wir 14 Tage am Stück miteinander verbrachten, aber im Allgemeinen konnten wir uns alle ein bis zwei Wochen sehen.
Jedoch war die innere Verbindung stets sehr präsent.
Es gab nichts, was er gemutmaßt hätte. Ich denke, die Angst vor Nähe trifft es am ehesten. Wahrscheinlich schafft er es nicht, sich mit mir auseinanderzusetzen, weil er die Distanz, die er vorgaukelt, gar nicht wirklich hat und auch sicher nicht gegangen ist, weil er keine Gefühle mehr hatte.
Dennoch bleibt es für mich, wie es ist.
Natürlich hat er mir als Partner gefehlt. Es war so schlimm in der ersten Zeit, daß ich schon physische Schmerzen fühlte oder mitten im Kaufhaus, in dem wir beide oft waren, in Tränen ausbrach, weil ich ihn so sehr vermißte!
Inzwischen habe ich jedoch begriffen, er hat eine andere Seite, die .. vielleicht ungewollt.. unglaublich brutal sein kann und somit IST er nicht mein Partner.
Das Vermissen seiner Person hörte allmählich mit dieser Erkenntnis auf, obwohl es immer wieder noch hochkommt. Vordergründig ist momentan der Schmerz des Trittes, den ich von ihm bekommen hab.
Das ist keine verletzte Eitelkeit oder so... es ist sehr tief sitzender Schmerz, da ich diesem Mann ja unglaublich tief vertraut hatte.
Wie ich von einer gemeinsamen Bekannten erfahren hab, gibt er mir durchaus die Schuld. Einfach, weil ich anders bin als er, was er ja angeblich so sehr liebte, wie er mir immer sagte.
Ein Gespräch darüber gab es, wie gesagt, nie.
Es ist alles sehr diffus.
Und es ist ziemlich schwierig, sich da wieder rauszupuhlen.
Dein letzter Absatz trifft es wunderbar. Aber dennoch braucht es Zeit, dahin zu kommen.
Wenn ich ein aufgeschlagenes Knie habe, wird es auch irgendwann wieder verheilt und uneingeschränkt funktionabel sein, aber ich kann leider auch dann die Wunde nicht speedheilen.
Mir sind momentan alle Hinweise sehr hilfreich.. quasi wie Wundverbände.. auch jene, die mir die Sicht von außen auf die Sache ermöglichen.
Ich selbst bin Betroffene und habe keinen Abstand oder nur wenig zu den Dingen...
Ich habe einige Hinweise aus dem Bekanntenkreis erhalten, mein Ex sei eine schizoide Persönlichkeit. Und ich denke, das stimmt wohl. Der Unterschied zu einem Narzißten ist, daß ein Schizoider keine Freude daran hat, einen anderen zu beherrschen u somit nichts aus einer solchen Motivation heraus tut. Ein Schizoider ist schlichtweg nicht interessiert am anderen bzw nur soviel als daß dieser ins Konzept paßt. Tut er das nicht, reagiert der Schizoide oft mit gnadenlosem Rückzug. Der Partner und dessen Leid dabei sind dann schlichtweg egal. Das eigene Empfinden hat Monopolrecht in der Reihe der Dinge, die Bedeutung haben. Schizoide haben auch oft Angst vor Autonomieverlust.
Ich war meinem Partner sehr nah gekommen. So etwas geht nicht bei ihm... Das kann ich mir heute erklären.
Damals hatte ich keine Ahnung und selbst wenn.. so hätte ich nichts an unserer tiefen Verbundenheit ändern können, die er so geliebt hat, aber sie gleichzeitig wohl nicht ausgehalten hat.
Für mich ist das Malheur, wie es ist. Ganz gleich, warum er so gehandelt hat. Es ist einfach sehr krass und schlimm.
LG, Kira
13.05.2014 01:43 •
x 1 #16