Zitat von july-64:.manchmal hab ich Angst das wenn ich abends allein im Haus sitze.ich mich noch weiter zurückziehe.denn so jemand wo ich mich mal richtig ausheulen kann hab ich nicht. Und auch mit erwachsenen Kindern kann man nicht über alles reden
Liebe Juli
erstmal: Mein Mitleid an dich.
Das ist schlimm und das haben hier so viele Verlassene mitgemacht.
Suche jetzt nicht mehr nach Gründen oder Schuld.
Es ist wie es ist und bringt dich nicht weiter.
Du darfst dich zurückziehen.
Du darfst weinen.
Du darfst wütend auf ihn sein.
Du darfst wie ein Eremit leben.
Das alles ist der Beginn, deine Trennung zu verarbeiten.
Nimm es an und lass es zu.
Ich hatte auch genau die Gedanken, wie oben von dir beschrieben.
Ein halbes Jahr konnte ich kein Buch lesen, keinen Film gucken, keine Kontakte auf Dauer ertragen.
Ich habe mich dann im Internet nach anderen Männern ungesehen und verschiedene Dates gehabt.
Es war für mein Ego gut, aber mehr nicht.
Ich fand hier und da eine neue Freundin, konnte mich aber auf Dauer nicht anpassen, wollte es wohl auch gar nicht.
Ich hatte das mein halbes Leben gemacht.
Natürlich ging das nach hinten los.
Bin alleine gereist, das war eine wertvolle Erfahrung und tat mir richtig gut.
Was mir am meisten geholfen hat:
Den Zustand Single zu sein, annehmen und das Alleinsein nicht als Strafe oder unhaltbaren Zustand zu empfinden.
Ich habe mir immer gesagt:
Ich war 34 Jahre in einer Beziehung, 32 Jahre davon verheiratet und endlich konnte ich mich richtig frei fühlen.
Wie ein Mädchen, welches das erste Mal eine eigene Wohnung hat.
Der Gedanke gefiel mir irgendwann.
Du hast für deinen Mann und deine Kinder gesorgt, immer alles gegeben.
Jetzt bist du mal dran und musst nur noch für dich sorgen.
Das kann eine Befreiung sein und viele Vorteile mit sich bringen.
Du musst dich nicht mehr um andere kümmern.
Auch meine Ehe war am Ende und ich war oft traurig, war oftmals voller Sorge um meinen Ex, weil ich sah, wie er z.B. mit seiner Gesundheit umging, oder mit anderen Menschen.
Ich musste nicht mehr involvieren, keine endlosen Gespräche mehr führen, keine Energie mehr verschleudern.
Es wird dauern, bis du so weit bist wie ich und viele andere hier.
Den Weg musst du leider gehen und jeder Verlassene geht anders damit um.
Aber nimm bitte deine Trauer an.
Eine Trennung ist wie ein kleiner Tod, man fühlt sich genau so, als wenn jemand gestorben ist.
Das dauert seine Zeit, bis man das verarbeitet hat.
Du musst das zulassen und kannst nur den Schmerz etwas erträglicher machen, indem du gut zu dir bist.
Fühle dich bitte nicht wertlos, nur weil du jetzt Single bist.
Eine Person, die dir zuhört, hast du nicht, aber die Leute hier im Forum helfen dir.
Mir hat das auch enorm geholfen.
Schon alleine dadurch, dass ich gesehen habe, dass ich bei Weitem kein Einzelfall bin
Mir haben z.B. Hörbücher und
aufräumen oder umräumen meiner Wohnung geholfen.
Ich habe mir neue Bettwäsche gekauft und es für mich schön gemacht.
Das ist ein Anfang und du bist abgelenkt.
Deine Einsamkeit wird sich nach und nach verabschieden und du wirst sehen, dass das miese Gefühl verschwindet.
Geh unter Leute, wenn dir danach ist.
Wenn nicht, dann halte dich alleine aus.
Das tut anfangs weh und man fühlt sich wie der einsamste Mensch der Welt, doch das gehört leider zur Verarbeitung dazu.
Alles Gute für dich.
Wenn du weitere Fragen hast, hier ist immer jemand, der sich für deine Situation interessiert.