Hey,
ich würde mich gerne kurz vorstellen. Ich bin der Boxsack, 26 Jahre alt und habe seit ca. einem halben Jahr eine Beziehung mit einer Dame, die 27 Jahre alt ist.
Alles fing eigentlich sehr nett an und wir verstanden uns gut, ich habe mich schnell in die Frau verliebt. Sie brachte einen Hund mit in die Beziehung, um den ich mich auch schnell kümmerte, da sie im Schichtdienst arbeitete. Dort wurde mir bereits von Freunden und Familie gesagt, warum ich das überhaupt mache. Mir wuchs auch der kleine Vierbeiner sehr schnell ans Herz und ich wollte sie gerne in dem Punkt unterstützen.
Es ging alles sehr schnell und sie zog bereits nach zwei Monaten schleichend bei mir ein. Aber wir haben beide unser Einverständnis dazu gegeben. Mit der Zeit habe ich mich aber sehr viel um ihren Hund gekümmert, mein Haus sauber gemacht, mich um die Einkäufe gekümmert, gekocht und eigentlich vieles am Laufen gehalten. Ich habe ihr daraufhin irgendwann gesagt, dass ich das nicht mehr kann und das Gefühl habe, ich würde viel mehr als sie machen. Das sieht sie bis heute eben anders und sagte, dass sie dies an freien Tagen oder vor ihren Schichten auch erledigte. Es fiel auch die Aussage, dass es ja normal sei, dass ich mehr machen müsste, da ich ja auf Grund meines Berufs an Wochenenden und Nachmittagen frei habe.
Unsere Diskrepanzen wurden mehr und mehr, ich fühlte mich gestresst und auch etwas überfordert. Denn nach meinem Feierabend schlief sie oftmals noch, da sie zur Nachtschicht musste. Oft sah es so aus, dass sie um 8 Uhr ins Bett ging und um 16:30/17:00 Uhr durch mich geweckt wurde. Wir hatten also kaum Zeit miteinander und auch die freien Tagen liefen nicht sonderlich harmonisch ab, da ich mich schnell reizen ließ.
Hier muss ich aber auch sagen, dass ich mir vermutlich zu viel aufgetischt habe, denn ich habe es erst sehr spät (nach 3-4 Monaten) angesprochen. Für sie war es daher vermutlich auch ein Gefühl von Ja er sagt ja nichts, deswegen kann ich das so machen.
Sie sagte mir, meine Zündschnur wurde immer kürzer und ich habe Späße nicht mehr wirklich verstanden. Sie könne so nicht mehr weitermachen. Da ich mich selbst reflektiert habe und gemerkt habe, dass das stimmt, habe ich mir professionelle Hilfe durch einen Psychologen geholt. In den Gesprächen kam heraus, dass ich mich selbst komplett vergessen habe. Ich habe meine Freunde nicht mehr viel gesehen, habe kaum noch Sport gemacht und war eigentlich nur noch damit beschäftigt, meinen Alltag auf meine Freundin zu richten. Mein Psychologe hat nach einigen Gesprächen auch zu mir gesagt, dass ich nicht an Borderline, Schizophrenie oder an anderen Krankheiten erkrankt bin.
Nach allen Gesprächen saß ich auch mit ihr zusammen und habe ihr erzählt, was bei den Gesprächen rauskam.
So, das war vor zwei Monaten.
An Silvester hat sie sich dazu entschieden, dass es so nicht mehr weitergeht, da wir wenig Fortschritte gemacht haben. An mir blieb der größte Teil der Aufgaben hängen und ich fühlte mich einfach nicht verstanden. Entsprechend konnte sich meine Laune nicht wirklich bessern. Sie packte ihre Sachen und zog zurück in ihre Eigentumswohnung, wo zwischenzeitlich auch ihre Mutter eingezogen ist, da diese sich ebenfalls getrennt hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt, in dem ich dies hier schreibe, wohnen die beiden gemeinsam dort. An Silvester wurde mir auch an den Kopf geworfen, dass sie sich nicht vorstellen könnte, dass ich meiner Vaterrolle gewachsen wäre, da ich ja schon mit ein bisschen Haushalt und auch dem Hund überfordert wäre. Wie soll ich denn da noch mit Kindern klar kommen.
Ich finde, eine Familie besteht aus zwei Erwachsenen, die sich die Arbeit entsprechend auch aufteilen müssen. Vielleicht sehe ich das auch verkehrt und dann werde ich vermutlich nie ein guter Vater sein. Aber wenn ich arbeiten muss, mich um Haushalt (und was noch alles dazu kommt), Tiere und Kinder alleine kümmern muss, dann wird mir das sicherlich schwer fallen. Wenn es für eine bestimmte Zeit ist, macht das ja nichts. Aber auf Dauer? Sicherlich, wenn man wirklich alleinerziehend ist (Respekt an diese Männer und Frauen), ist man dazu ja verpflichtet. Aber wenn noch ein anderer Partner zu Hause ist?
Mittlerweile kümmert sich meine Freundin wieder mehr um ihren Hund, säubert ihre Wohnung und kocht gelegentlich auch für sich und ihre Mutter. Aber vieles übernimmt auch die Mutter, sie kocht jeden Abend für die beiden, geht auch mit ihrem und dem eigenen Hund.
Seit Silvester habe ich mich kaum noch mit meiner Freundin getroffen. Wir waren gemeinsam am 19. Januar beim Psychologen und haben eine Art Paargespräch geführt. Dieser meinte, dass zwischen uns kaum Kommunikation besteht und diese sich verbessern muss, da auf beiden Seiten Unzufriedenheiten bestehen. Es wäre wichtig, dass wir beide gemeinsam Zeit füreinander nehmen und zusammen etwas unternehmen.
Wir wurden beide gefragt, ob wir diese Beziehung retten möchten und wir waren uns einig: Ja!.
Nach dem Gespräch haben wir zwei uns nochmal unterhalten und da meinte sie, sie hätte sich ja nie von mir getrennt und wir wären die ganze Zeit zusammen gewesen. Fand ich nicht so, denn sie hat alle ihre Sachen aus dem Haus mitgenommen und mir wörtlich gesagt Ich habe aktuell keinen Zukunftsgedanken mit dir.
Dies habe ich nun versucht in den letzten Tagen umzusetzen. Bspw. habe ich angesprochen, dass es mir zu wenig ist, wenn wir uns nur noch einmal die Woche für ein bis zwei Stunden sehen.
Darauf folgten Aussagen wie Ich würde dich auch gerne öfter sehen, ich vermisse dich ja auch und würde gerne meine Sachen direkt von der Arbeit packen und zu dir fahren., gefolgt von Ich fühle mich bei der nicht zu Hause und möchte gar nicht zu dir kommen und übernachten. - Diese Aussage kam, nachdem ich ihr gesagt habe Komm doch einfach mal nach einer deiner Spätschichten zu mir und ich koche für uns zusammen.
Da ich in letzter Zeit ziemlich emotional und auch impulsiv bin, da ich sie kaum noch sehe und sie keinen Anschein macht, dass sie wirklich aktiv mit mir an der Beziehung arbeiten möchte sagte sie Ich hab dir die Chance gegeben dich zu ändern, aber das wirst du wohl nie - Diese Aussage nach anderthalb Wochen nach unserem Gespräch beim Psychologen zu treffen, finde ich schon hart, aber folgende Aussage hat mich ziemlich verletzt: Du kannst noch 1000 Stunden bei deinem Arzt nehmen und mit mir oder ihm darüber reden. Du bist und bleibst aber wie du bist.
Daraus erkenne ich ja nun, dass sie gar nicht mehr daran glaubt und auch nicht bereit dazu ist, mit mir gemeinsam an uns zu arbeiten.
Ich habe meine Fehler selbst erkannt und auch in meinem Freundeskreis gefragt, ob ich manchmal eingeschnappt und beleidigt bin, was mir bestätigt wurde. Auch das ist ein Grund, weshalb ich mir eben professionelle Hilfe gesucht habe. Wenn ich jedoch Dinge anspreche, in der ich meine Freundin kritisiere, wird dies so abgetan, als wenn alles meine Schuld sei. Ich sei für alle Probleme verantwortlich und ihre Reaktionen basieren ja nur auf meine Aktionen.
Ein letztes Beispiel: Sie wollte von heute auf morgen und dann auf Sonntag bei mir übernachten. Sonntag wollte sie sich mit einer Freundin treffen. Am Telefon fragte ich sie, ob sie das Treffen sonst auf Samstag verschieben könnte, da ich diesen Tag ebenfalls den ganzen Tag beim Fußball wäre. Dies verneinte sie, da sie sonst den Hund alleine in der Hundebox lassen müsste und ihre Mutter an dem Tag nicht in der Wohnung wäre. Daraufhin ruderte ich zurück und meinte Ja, alles gut, dann nicht. Alternativ bat ich ihr an, dass ich zwei Stunden beim Fußball sein könnte und anschließend den Hund abholen könnte.
Meine Intention war, dass wir ja gemeinsam dann den Sonntag zusammen verbringen könnten, weil wir eben so schon sehr wenig Zeit miteinander hatten oder haben. Und nicht, weil ich nicht will, dass sie sich mit einer Freundin trifft.
Mir wird es jedenfalls jetzt so ausgelegt, dass mir das ja auch nicht passen würde und ich wieder *beep* gewesen bin. Auf meine Aussage, warum sie denn nicht einfach nachfragen würde, wenn sie das Gefühl hat, kam nur Ich will eine Beziehung in der ich nicht immer fragen muss, ob alles gut ist.
Wir haben uns vor zwei Tagen zuletzt für ein Gespräch getroffen und dort wurden mir eben sehr viele Dinge an den Kopf geknallt. Ich habe natürlich auch gesagt, was mir nicht passte. Sie meinte nur Ich bin richtig wütend und einfach nur abgefuc*t - worauf ich sie fragte, warum hältst du dann noch an uns fest? Was möchtest du denn von mir?.
Das konnte sie mir nicht beantworten und wir verständigten uns darauf, dass ich sie erstmal in Ruhe nachdenken lasse und sie sich meldet, wenn sie will. Falls es sich für sie erledigt hat, schreibt sie mir eben nicht mehr.
Naja, sie hat sich bisher nicht gemeldet.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit meinem Psychologen und dieser meinte, es funktioniert nur, wenn beide die Schuld bei sich sehen und nicht nur einer Person die Schuld geben (so wie es ja leider aktuell der Fall ist).
Auf meine Frage, wozu er mir nun rät, sagte er mir Halten Sie es erstmal aus. Und auf die zweite Frage, was ich machen soll, falls sie sich wirklich nochmal meldet, meinte er nur Das entscheiden Sie dann eben, wie Sie sich gerade fühlen. Aber vergessen Sie den mein Name in sich nicht. Der scheint nämlich gar nicht so verkehrt zu sein. Das habe ich als Kompliment aufgenommen.
Nun aber meine Fragen, da ich aktuell sehr aufgewühlt und unruhig bin und absolut nicht weiß, was ich machen soll:
1. Was sollte ich eurer Meinung nach machen? Wenn ich ihr schreibe, bin ich wieder impulsiv und kann nicht abwarten, so wie sie es sagte, Rede und Antwort von ihr zu erhalten.
2. Soll ich an der ganzen Geschichte festhalten, sofern sie bereit dazu ist, mit mir gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten? Oder soll ich es dabei belassen und nach vorne schauen?
3. Habt ihr irgendwelche Tipps für mich?
Danke fürs Lesen und eure Zeit!
Heute 11:03 •
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