Liebe Nikas, liebe Alle,
eben habe ich mich hier angemeldet, weil ich schon einige Monate immer wieder mitlese. Ich kann Dich, Nikas, sehr gut verstehen. Es geht mir gerade ganz genauso. Ich glaube durchzudrehen. Und während ich dies schreibe laufen mir die Tränen und mein Herz rast. Ich fühle mich leer und hilflos. So wie Du. 1000 Fragezeichen, Vorwürfe mir selbst gegenüber..obwohl ich weiss dass beide ihren Anteil haben. Meine Geschichte: 10 Jahre Ehe und ein ganz grosser Traum platzen. Und ich liebe so sehr dass es mir das Herz zerreisst. So wie Du. All meine Liebe und Fürsorge mit der ich ihm zeigen wollte wie wichtig er mir ist. Er hat es als einengend empfunden ohne je etwas gesagt zu haben. Er hätte resigniert, sagt er. Und ich fiel aus allen Wolken. Ich hab doch alles getan, ihm so viel abgenommen...er hat 14 Stunden-Tage, Wochenendtermine...die keine Zeit für uns liessen. Die Zweisamkeit blieb komplett auf der Strecke, ging im Alltag unter (wir haben ein Haus und Hunde...auch ich hab einen fordernden, aber tollen Job) Ich sehnte mich nach Normalität, nach Zweisamkeit. Wenn ich fragte ob wir nicht mal wieder einen Ausflug machen sollten empfand er dies als fordernd. Wir waren vielleicht noch hin und wieder mal essen, aber selten. Denn er hatte ja nicht mal Zeit für sich. In so ein Leben passt keine Zweisamkeit. Auch wenn wir so sicher waren dass wir alles schaffen. Trotz dem stressigen Alltag. Ich sagte immer wieder dass wir auf uns und unsere Liebe aufpassen müssen. Er nickte und sagte dass es irgendwann wieder besser wird. Wenn er eine neue Arbeit findet. Ich war für den Moment wieder beruhigt...Auch über andere Beziehungen waren wir uns immer einig! Über unsere haben wir nicht gesprochen, bzw uns keine Zeit dafür genommen. Es ist klar: wer aufhört zu reden und gemeinsames Erleben zu schaffen der hat keine Nähe mehr. Und auch bei uns passierte es: Mein Mann verliebte sich im Sommer 2015 in eine andere Frau. Er hielt es geheim, ausserdem lief es nur auf der emotionalen Ebene mit ihr. Aber das ist das Gefährliche. Mit ihr konnte (wollte!) er wieder lachen, sie hat Verständnis für ihn...gute Gespräche etc. Das übliche... Mir wurde erst vor kurzem klar, dass er mir deshalb die letzten 2,5 Jahre gar keine Nähe mehr geben konnte und wollte. Ich gab ihm kein gutes Gefühl mehr, schon vorher. Sagt er. Jetzt wirft er sich selbst vor nicht geredet zu haben. Nicht alles getan zu haben, was wir uns beim Jawort versprochen haben. Er liess die Beziehung mit ihr weiterlaufen und ich fand es 2016 im Sommer heraus. Da versprach er alles zu beenden. Ich war im Schock, so etwas gibts doch nicht ...wir beide, die so eine breite Basis haben, die gleichen Wertvorstellungen..und dieser ganze Stress der uns auffrisst....er konnte und wollte nicht kürzertreten. Das Haus muss bezahlt werden, sagte er. Dass es aber besser wird, wenn er einen neuen Job findet. Ich hab mich angestrengt, dachte ich müsse ihm nur noch stärker meine Liebe zeigen...und vertraute ihm. Ist doch mein Mann! In guten und schlechten Tagen! Aber er konnte und wollte es mit ihr nicht beenden. Hinzu kam bei ihm eine schwere persönliche und berufliche Krise. Die er aber auf mich projiziert hat. Er fühlte es tatsächlich so. Ich hätte ihm keinen Halt gegeben...jetzt werfe ich mir vor, ihm tatsächlich zu wenig gezeigt zu haben was er für mich ist. Oder falsch gezeigt zu haben, nicht erkannt zu haben was er in der Krise braucht. Er redete nie! Wollte auch nicht zugeben dass er eine Krise hat. Und er war er bis zuletzt mein Halt! Im August 2017 zog er ins Gästezimmer. Ich war geschockt. Und hoffte dass wir es wieder hinkriegen. Reden wollte er nicht, klar: wozu auch, wenn er mit dem Herzen sowieso bei jemand anderem ist? Ich habe ihm Zeit gegeben, aber immer wieder darauf gepocht dass wir jetzt endlich reden müssen.Diese Frau hat sich im Herbst 2017 ihm gegenüber dann geäussert, dass sie ihn so lieb hat, aber keinen Kopf für eine neue Beziehung hätte, da sie ihr Leben so fordert.....sie ist verheiratet, hat Kinder und will sich seit Monaten von ihrem Mann trennen. Ausserdem fand sie dass mein Mann sie hingehalten hätte, sich nicht klar zu ihr bekannt hätte. Denn er hatte immer noch Skrupel und war sich nicht sicher, sich von mir zu trennen. Schliesslich harmonieren wir ja als Team perfekt, es gab keinen Streit. Wir haben den gleichen Geschmack, sind uns beim Haus und bei Finanzthemen immer einig gewesen...die gleiche Einstellung....bei Reisezielen...beim Essen und Geniessen...aber die fehlende Nähe hat alles positive unter den Teppich gekehrt. Nach dem Aus ihrerseits war mein Mann fix und fertig. Und er schämte sich mir gegenüber. Daraufhin redeten wir endlich. Es war gut, wir kamen uns wieder nahe, sogar körperlich. Ich war optimistisch. Wir hätten an dieser Stelle eine Chance gehabt, glaube ich. Aber plötzlich ging er wieder auf Distanz. Ich fand vor 2 Wochen heraus dass sie wieder Kontakt haben, auf Betreiben meines Mannes. Für ihn war und ist sie alles...und sicher weckte ihr Nein seinen Kampfgeist.. jetzt ist er weiterhin schwer verliebt, auch wenn sie diese Liebe (im Moment) nicht erwidert. Sie mag ihn als Freund, kann und will aber im Moment nicht mehr. All seine Gefühle seien bei ihr, sagt er. Für mich ist nichts mehr übrig. Das sagte er mir vor wenigen Tagen.Ich bin haltlos und glaube am Abgrund zu stehen. Weil er mein Traummann war und ist und ich immer noch überzeugt bin, dass wir passen. Dass wir es mit externer Unterstützung schaffen. Sie ist ja nicht die Ursache unserer Probleme, sondern die Folge. Er wollte diese Unterstützung nicht. Klar, weil sein Kopf woanders war und er gar keinen Sinn mehr sah. Ich hoffte so, dass er seine Krise bewältigt, einen anderen Job findet, dass wir dann weniger Stress und endlich Zeit haben, reden, verreisen, unser Leben und unser schönes Haus geniessen. Aber er sieht wegen der fehlenden Gefühle für uns keine Chance. Er will gehen, um erst mal sich selbst zu finden und seine Krise zu bewältigen. Das könne er besser ohne mich, sagt er. Und er hofft noch immer auf Sie...er kann seine Gefühle nicht abschalten, sagt er. Wir weinen beide. Ich dreh fast durch hier in unserem Haus. Wenn er heimkommt ist mein Reflex ihn zu umarmen..aber ich tu es nicht. Er will Distanz, jetzt sowieso. Im nächsten Monat will er in eine Wohnung ziehen. Danach gibt es kein Zurück, denke ich.
Er will neu anfangen und ich muss es respektieren. Und weiss nicht wohin mit meiner Liebe für ihn. Gottseidank hab ich tolle Freundinnen und gottseidank bin ich grundsätzlich sehr gut in der Lage das Leben zu geniessen. Da er nie Zeit hatte, hab ich immer schon vieles allein oder mit Freunden unternommen. Trotzdem ist es als würde mir jemand den Boden wegziehen...meine Basis bricht zusammen. Ich sagte ihm dass er doch jeztzt dabei ist seine Krise zu überwinden (er macht eine Therapie), dass er sich dadurch beruflich auf neue Wege begeben kann und dann endlich das eintritt, worauf wir uns so lange schon freuen. Aber er will nicht mehr mit mir....er hofft auf sie..ich muss es akzeptieren....
Ich bin in Gedanken bei Dir!
Danke an alle Mitleser/ Mitfühlende....
Serafina2018
25.01.2018 16:31 •
x 3 #65